Zweiundfünfzigstes Kapitel: Die Verwissenschaftlichung d. Betriebsführung 893
tätigkeit für das Geschaffene und für das Kommende, die die Vorteile desFortschritts verständlich darstellt, Geschäfte vorbereitet oder abschließt,auch die Tätigkeit nach außen hin, in Veröffentlichungen, um das Er-rungene bekanntzumachen, die zahlreichen Interessen zu belehren, ohneden Wettbewerbern viel zu sagen. .
Diese Tätigkeit wird zum höchsten Erfolge gebracht in der Groß-wirtschaft, „wo viele Regsame und Sachkundige Erfahrungen sammelnund dann einheitlich verwerten . . „Dazu ko mm t die große Wirkungihrer eigenen Ingenieure und Geschäftsvertreter in der ganzen Welt, derenErfahrungen nach dem Mittelpunkte des Arbeitsnetzes zurückgehen, vonwo sie planmäßig in die Konstruktionsabteilungen, in die Laboratorienund Werkstätten gelangen und zu gebrauchsfertigen Neuerungen ver-arbeitet werden. Das Neue wird ausgeführt, erprobt, alles strahltwieder an die vielen Geschäftsstellen hinaus, geht wieder an die Zentralezurück; gegenseitig wird Aufklärung verlangt und Zusammenhang mitanderen Erfahrungen gesucht, neue Bedürfnisse werden bekannt, neueAufgaben vorbereitet, alles immer weiter verbessert.
So fließt dauernd der Fortschrittstrom hin und wider, der unmittel-bare, lebendige, fruchtbringende Zusammenhang zwischen der leitendenStelle und den Fabriken, den Zweigstellen und Betrieben wird hergestellt,überall ist Ingenieurarbeit am Werke, und die auswärtigen Betriebe undErfahrungen befruchten die heimischen schaffenden Kräfte. Die früheremündliche Überlieferung ist ersetzt durch einheitlich verarbeitete Berichteüber den Fortschritt, in denen Tatsachen, Zahlen, Erfahrungen undWerbungen niedergelegt sind . . .
Durch die Wirkung dieser Großorganisation werden die unendlichvielen Errungenschaften rasch ausgenutzt, auf andere Industrien über-tragen. Was früher schwere Fortschrittskämpfe kostete, springt jetzt raschauf verwandte und fremde Gebiete über und gelangt zu lohnender Aus-nutzung. Die Fortschrittskette wird endlos, ihre wirksamen Glieder sindüberall erkennbar und werden durch Ingenieure gefertigt und geleitet.Der große Aufbau ist ein organischer schon durch den Austausch und durchdie fruchtbringende Verwertung aller Erfahrungen.“ A. Riedler , a. a. 0.Seite 146 ff.
Früher gab es einzelne Zivilingenieure, deren Tätigkeit heute ausge-schaltet ist. Durch den Zusammenschluß zu einer organischen Einheitin den Großbetrieben werden auch schwächere Talente besser ausgenutzt.
Es bedeutet nun abermals eine weitere Ausdehnung des Bereichesder wissenschaftlichen Betriebsführung, wenn „Ingenieure“ angestelltwerden, denen nicht nur die Aufsicht über die Sachbehandlung obliegt,die vielmehr auch für eine systematische Gestaltung der übrigen Teileder Betriebsvorgänge, für eine möglichst rationelle Organisation undPersonenbehandlung Fürsorge zu treffen haben. Das ist der Aufgaben-kreis, wie ihn der in den letzten Jahrzehnten in den Vereinigten Staaten