Dreiundfünfzigstes Kapitel: Die Vergeistung der Betriebe
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immer bedeutsamer werdenden Zweig der Maschinenindustrie. Hierwürde das Transportband die völlige Zusammenschließung der einzelnenMaschinen zu einem geschlossenen System bringen. Es ist aber jeden-falls vor 1914 außer bei Ford nirgends angewandt und ist auch bisheraußerhalb Amerikas nur in sehr geringem Umfange verbreitet worden.
Ein mehr oder (meist) minder vollkommenes Normensystemziegt jedem einigermaßen rationell geführten Betriebe zugrunde. Bislum Ende des hochkapitalistischen Zeitalters hatte die Normung vorder Einzelarbeit haltgemacht, das heißt das Taylorsystem war nichteingeführt worden. Nach der eigenen Angabe Taylors (in seinem 1911gehaltenen Vortrage) war es bis dahin in Amerika auf nur 50000 Arbeiterangewandt worden.
Das Ergebnis einer solchen Umschau nach dem Anwendungsgebieteund Anwendungsgrade der Systeme in den Betrieben ist jedenfallsdieses: daß beide in den verschiedenen Sphären des Wirtschaftslebensund innerhalb desselben Kreises wirtschaftlicher Tätigkeiten von Betriebzu Betrieb eine sehr verschiedene Ausdehnung beziehungsweise Höheaufweisen. Bunter, als man sich gemeinhin vorstellt, ist auch hier dasBild. Und ganz allgemein gesprochen ist die Verwirklichung des völligvergeisteten Betriebes bisher doch nur eine geringe gewesen.
Fragen wir nach den Gründen dieser Entwicklung, insbe-sondere auch nach den Gründen der verschiedenen Entwicklung der ein-zelnen Systeme in den Betrieben, so stoßen wir auf sehr mannigfaltigeUrsachenreihen.
(1.) wird man den noch immer geringen Umfang der Vergeistung derBetriebe auf die Schwerfälligkeit des Unternehmertums und dieSchwierigkeiten der Umwandlung zurückführen dürfen. Man be-denke, daß die Anwendung jedes der drei Systeme viel Mühe und vielKosten verursacht!
(2.) kommt eine bewußte Ablehnung des Vergeistungsprozesses,wenigstens einzelner seiner Erscheinungsformen, in Betracht; das heißtman will die Vergeistung nicht, auch wo sie möglich wäre oder manbraucht sie in der einen Form nicht, weil man sie in der anderenbereits besitzt. Das ist der Fall:
a) dort, wo die ausführende Arbeit beseelt bleiben, deshalb wedereinem Normen- noch einem Instrumentalsystem unterworfen werdensoll, wie in allen Kunstmanufakturen: siehe oben Seite 769ff;
b) dort, wo das Instrumentalsystem so hoch entwickelt ist, daß dieNormung der Bedienungsarbeit überflüssig wird; wie etwa bei Ford
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