918 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. wirtschafte Prozesses i. d. Geschichte
oder in sonst einem der Betriebe, in denen ein geschlossenes Maschinen-oder Apparatesystem besteht. So etwa für die fünf Müller, die ich in einerGroßmühle (von iy 2 Millionen Mark Kapital) die gesamte Bedienungs-arbeit verrichten sah, das Taylorsystem einzuführen, wäre Irrsinn. Hierbleibt höchstens die Kontorarbeit noch als Objekt der Normungübrig. Je mehr also das Maschinen- und Apparatesystem vordringt,desto überflüssiger wird das Normensystem, desto überflüssiger wirdvor allem das Taylorsystem.
c) Endlich sind es die lebendigen Objekte der Vergeistung selber,die sich gegen diese auflehnen. Früher hat die Arbeiterschaft gegen dieEinführung des Instrumentalsystems revoltiert, jetzt revoltiert sie inden meisten ihrer Verbände gegen die Einführung des Normensystems,soweit es in der Gestalt des Taylorsystems auf die Einzelarbeit ausge-dehnt werden soll.
(3.) In vielen Fällen wird man feststellen können, daß die Ver-geistung unmöglich ist, weil der Betrieb in seiner Gänze oder ineinzelnen Teilen, bei einzelnen Verrichtungen der beseelten Arbeitnicht entraten kann.
Das trifft in weitem Umfange für das annoch größte Gewerbe, dieLandwirtschaft zu, von deren eigentümlichen Arbeitsbedingungen obenschon die Rede war. Das trifft ferner für die meisten Tätigkeiten imBereiche des Handels zu, obwohl hier immer breitere Gebiete durchNormung und selbst Maschinenverwendung der Systematisierunganheimfallen. Das trifft aber scheinbar auch im großen ganzen für denBergbau zu. Die Hauptarbeit, dieHeuerarbeit, ist nicht mechanisierbar,dank der vielseitigen Natur der Beschäftigung, welche nicht nur Kraftund Geschicklichkeit, sondern auch Einsicht und Überlegung erfordert.Der grundlegende Unterschied zwischen Fabrik- und Bergwerksbetriebist folgender: „Während nichts im Wege steht, die geistige [lies:seelische. W. S.] Tätigkeit aus dem Fabriksaal zu nehmen und einemArbeitsbureau zu übertragen [richtiger: sie in einem Arbeitsbureau zuvergeisten. W. S.], ist dies beim Bergwerksbetrieb schon aus Gründender stets wechselnden Verhältnisse unmöglich und verbietet sich über-dies mit Rücksicht auf die dem Steinkohlenbergbau eigentümlicheGefahr. Diese kann nur von dein harmonisch ausgebildeten, denkendenund überlegenden Bergmann richtig erkannt und bekämpft werden;der lediglich mechanisch Arbeitende wäre ihr hilflos ausgeliefert. . .“(Wilh. Pothmann, Der im Ruhrbergbau auf den Kopf der Beleg-schaft entfallende Förderanteil usw. [1916], 70.)