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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
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Dreiundfünfzigstes Kapitel: Die Vergeistung der Betriebe

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maschine trifft die Darstellung Kämmerers wortwörtlich zu: dieBogeneinlegerinnen sind bei vollkommener Automatisierung ver-schwunden, die Maschine wird von einem hochqualifizierten Druckerbedient, dessen Arbeit durchaus beseelt ist (er hat nur noch ein Mädchenals Hilfe neben sich). Bei der Falzmaschine aber ist das Gegenteil derFall: die Bedienungsarbeit wird von einer imgelernten Arbeiterin völligmechanisch ausgeführt. Wir wollen uns auch erinnern, daß in demhöchstentwickelten Betriebe der Maschinenindustrie, bei Ford, 95%der Arbeiter ungelernte Arbeiter sind, die ihre Arbeit größtenteilsmechanisch verrichten. Über die Axt der Arbeit in seinem Betriebebemerkt Ford selbst noch folgendes:

Die Arbeiter haben nur einen sich ständig wiederholenden Hand-griff zu versehen (Mein Leben und Werk, Seite 101). Einige unsererHandgriffe sindso eintönig, daß man es kaum für möglich haltensollte, daß ein Arbeiter sie auf die Dauer verrichten möchte (S. 123).

Über den Grad der Schwierigkeit der Erlernung der verschiedenenArbeiten in seinem Betriebe macht er folgende Angaben:

43% erfordern nicht über einen Tag Lehrzeit,

36% 18 Tage

6% 12 Wochen

14% 1 Monat bis 1 Jahr ,,

1% 16 Jahre

(A. a. 0. Seite 146.)

Ein Gegenstück in Deutschland: Die Firma Ludwig Loewe gibtan, daß nach Einführung der Normalisierung in ihrer Dreherei etwa75% der Belegschaft ungelernte Arbeiter waren. (Quelle bei Garbotz,a. a. 0. Seite 176.)

Es ist auch nur beschränkt richtig, wenn Matschoß (in der Dis-kussion der 54. Hauptversammlung des V.D.I. [1913]) bemerkt: derÜbergang vom Halbautomaten zum Vollautomaten befreie von demstumpfsinnigen Handlangerdienst. Ja, aber zum Teil, indem er einenstumpfsinnigen Maschinendienst an seine Stelle setzt.

Auch die sonst sehr beachtenswerte Darstellung bei H. Deutsch,a. a. 0. Seite 14ff ist in diesem Sinne zu verbessern.

c) Hinzu kommt, um die Schwierigkeit der Verständigung zu er-höhen, daß so gut wie keine Möglichkeit besteht, eine Ansicht durchBeibringung von Ziffern in ihrer Nichtigkeit zu erweisen. Die Ziffernbeziehen sich, wo sie brauchbar sind, immer auf einen bestimmtenEinzelfall, wo sie aber allgemeine Feststellungen machen sollen, sind