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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
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924 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. wirtschaftl. Prozesses i. d. Geschichte

sie unbrauchbar. Daß selbst die gute, deutsche Gewerbezählung schongegenüber dem Problem: gelernte ungelernte Arbeit völlig versagt,haben wir bereits zu unserem Leidwesen einsehen müssen. Daß sichaber die Unterscheidung der beseelten von der seelenlosen Arbeit einerstatistischen Ermittlung erst recht entzieht, leuchtet ohne weiteres ein.

Was sich mit einiger Sicherheit über die Umschichtung der Arbeiter-schaft aussagen läßt, ist dann vielleicht dieses:

(1.) Der alte Yollarbeiter, mit allseitiger handwerksmäßiger Aus-bildung, derGeselle, verschwindet mit fortschreitender Vergeistungder Betriebe.

(2.) Ebenso verschwindet damit derungelernte Arbeiter altenStils, derHandlanger.

(3.) An die Stelle dieser früheren Typen treten bei Vollautomati-sierung:

a) der (mehr oder weniger hoch) qualifizierte Spezialarbeiter, demvor allem die Bedienung bestimmter Maschinen obliegt.

Soweit dieser wichtige Typ in Frage kommt, ist von einer Aufhebungdes Spezialistentums durch die moderne Fabrik, von der Ure und,ihm folgend, Marx träumteD, keine Bede.

Bei Ure lesen wir:on the System of decomposing a process into itsconstituents and embodying each part in an automatic machine, a personof common care and capacity may be intrusted with any of the said elemen-tary parts after a short probation, and may be transferred from oneto another, one any emergency, at the discretion of the master. Philo-sophy of Manufactures 3 , 22.

Danach hat dann Marx seine vielerörterte These aufgestellt: dieArbeitsteilung in der modernen Gesellschaft werde dadurch charakterisiert,daß sie den Fachidiotismus erzeuge; in der mechanischen Fabrik dadurch,daß sie jeden Spezialcharakter verloren habe.Die automatische Fabrikbeseitigt die Spezialisten und den Fachidiotismus.Misere, 141.(Elend, 144.)

Demgegenüber ist mit Nachdruck zu betonen, daß ein sehr wesent-licher Teil der Maschinenarbeit durchaus qualifizierte Spezialarbeit ist,die nicht von heute auf morgen gewechselt werden kann, wie etwa dieArbeit der Maschinensetzer, Drucker, Holländermüller, Papiermaschinen-führer, Bediener des Dieselmotors, der Martin-Siemens-Öfen, der Sohlen-nähmaschine, wie die der Lokomotivführer, der Chauffeure u. a.;

b) der ungelernte Arbeiter, der bestimmte andere Maschinen be-dient und Apparate beaufsichtigt;

c) derungelernte Arbeiter als Hilfsarbeiter des eigentlichen Maschinen-arbeiters.