934 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. wirtschaftl. Prozesses i. d. Geschichte
wonnen, was an ihrer Dauer verloren geht ... In Manufakturen, derTöpferei z. B., wo die Maschinerie keine oder unbedeutende Rollespielt, hat die Einführung des Fabrikgesefczes schlagend bewiesen, daßbloße Verkürzung der Arbeitszeit die Regelmäßigkeit, Gleichförmigkeit,Ordnung, Kontinuität und Energie der Arbeit wundervoll erhöht.{Verweis auf Reports of Insp. of Fact. ior 31. oct. 1865.) Diese Wirkungschien jedoch zweifelhaft in der eigentlichen Fabrik, weil die Abhängig-keit des Arbeiters von der kontinuierlichen und gleichförmigen Be-wegung der Maschine hier längst die strengste Disziplin geschaffenhatte. Als daher 1844 die Herabsetzung des Arbeitstages unter 12 Stdn.verhandelt wird, erklärten die Fabrikanten fast einstimmig, ,ihreAufseher paßten in den verschiedenen Arbeitsräumen auf, daß dieHände keine Zeit verlören', ,der Grad der Wachsamkeit und Aufmerk-samkeit auf Seite der Arbeiter (the extent of vigilance and attentionon the part of the workman) sei kaum steigerungsfähig' und alle anderenUmstände, wie Gang der Maschinerie usw. als gleichbleibend voraus-gesetzt, ,sei es daher Unsinn, in wohlgeführten Fabriken von der ge-steigerten Aufmerksamkeit usw. der Arbeiter irgendein erklecklichesResultat zu erwarten'.
Diese Behauptung wird durch Experimente widerlegt. HerrR. Gardner ließ in seinen zwei großen Fabriken zu Preston vom20. April 1844 an statt 12 nur noch 11 Stunden pro Tag arbeiten. Nachungefähr Jahresfrist ergab sich das Resultat, daß ,dasselbe QuantumProdukt zu denselben Kosten erhalten wird, und sämtliche Arbeiterin 11 Stunden ebensoviel Arbeitslohn verdienten, wie früher in 12'(Quelle: Berichte der Fabrikinspektoren).
ln dem Web erdepartement . . ., wo . . . durchaus keine Änderungin der objektiven Produktionsbedingung stattfand, (war) das Resultat:,Vom 6. Januar bis 20. April 1844, mit zwölfstündigem Arbeitstag,wöchentlicher Durchschnittslohn jedes Arbeiters 10 sh. iy 2 d., vom20. April bis 29. Juni 1844, mit elfstündigem Arbeitstag, wöchentlicherDurchschnittslohn 10 sh. 3]/ 2 d.‘ Es wurde hier in 11 Stunden mehrproduziert als früher in 12, ausschließlich infolge größerer gleichmäßigerAusdauer der Arbeiter und Ökonomie ihrer Zeit. Während sie denselbenLohn empfingen und 1 Stunde freie Zeit gewannen, erhielt der Kapitalistdieselbe Produktenmasse und sparte Verausgabung von Kohle, Gas usw.für eine Stunde. Ähnliche Experimente wurden mit gleichem Erfolgin den Fabriken der Herren Horrocks und Jacson ausgeführt.“(„Kapital“ l 4 , 373-376.)