Vierundfünfzigstes Kapitel: Die Verdichtung der Betriebe 935
Aber Marx wußte auch sehr wohl, daß die Verkürzung des Arbeits-tages immer nur „die subjektive Bedingung der Kondensation derArbeit schafft, nämlich die Fähigkeit des Arbeiters, mehr Kraft ingegebener Zeit flüssig zu machen“. Nun müssen erst die Mittel angewandtwerden, um diesen potentiellen Mehraufwand an Energie zu einemaktuellen zu machen, den Arbeiter also zu der Mehrausgabe auch wirk-lich zu veranlassen. Von diesen Mitteln ist im folgenden die Rede.
3. Die Antriebsmittel
Hier kommt in Betracht:
a) Die Kontrollierung der Arbeiter
Wir unterscheiden:
1. Eine Anwesenheitskontrolle. Sie wurde ehedem (im beseeltenBetriebe) vom Portier ausgeübt. Da sie jedoch möglichst „unparteiisch“,dabei genau, billig und von beiden Teilen, den Unternehmern und denArbeitern, nachprüfbar sein soll, so ist man in größeren Betriebenallgemein zu einerVergeistung der Anwesenheitskontrolle fortgeschritten.Sie erfolgt jetzt durch allerhand mechanische Vorrichtungen, wieMarkenabgabe, Uhren u. a.
2. Eine mechanische (vergeistete) Leistungskontrolle. Sie kann ein-fach durch Messen, Wiegen oder Zählen (z. B. mittels Zähluhren anden Webstühlen) erfolgen. „In Unternehmungen mit zerlegendenArbeitsmethoden bedarf es komplizierter, mechanischer Kontroll-mittel feinster Konstruktion, beispielsweise Registriervorrichtungen,die den Arbeiter während des Arbeitsvorganges an einer Drehbank,Bohrmaschine oder dergleichen daraufhin kontrollieren sollen, wielange die Maschine leer gelaufen ist, wie lange sie gearbeitet hat, sowieZahl und Dauer der Unterbrechungen aufzeichnen usw.“ (Leitner).
3. Eine persönliche (beseelte) Leistungskontrolle. Sie erfolgt durchdie Betriebsführer und Werkmeister, die als „Einpeitscher“ wirken,und die „Terminassistenten“, die für die Durchführung und recht-zeitige Lieferung zu sorgen haben und von den Arbeitern als „Termin-treiber“ bezeichnet werden (R. Woldt).
b) Die Lölinungäinetliodeii
sind von jeher, seitdem der Kapitalismus das Feld erobert hat, unterdem Gesichtspunkte entwickelt worden, den Arbeiter zu einer möglichsthohen Leistung anzutreiben.
Der erste Schritt in dieser Richtung war die Verwandlung desZeitlohnes in Akkordlohn, dem wir bereits als einer Begleiterschei-