Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
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Die Gefangnen des Plautns.

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ich euch so scharf bewache, da ich cuch für so vicl baarcs Geldgekauft habe?

Philot'mtes. Es würde uns nicht geziemen, wenn wir dirdeine Vorsicht übel nehmen wollten. Doch würde es sich auchfür dich nicht schicken, es uns zu verdenken, wenn wir uns beyGelegenheit davon machen sollten.

-Hegio. Wie ich cuch hier bewachen lasse, eben so wirdmein Sohn bey cuch bewacht.

Philob'ratcs. Ist er auch gefangen worden?

-Hegio. Leider!

Philokrates. So sind wir doch nicht die einzigen Bären-häuter gcwcscn.

-Hegio. Komm hier her. Ich möchte dich gerne allcincum etwas fragen, worinnc du mich aber nicht belügen mußt.

Philot'ratcs. Was ich weis, will ich dir wahrhaft geste-hen. Wenn ich aber etwas nicht weis, so mußt du mir esauch nicht verdenken, daß ich es nicht weis.

T^nSarus. Nun ist der Alte in der Barbicrstubc. DasMesser ist schon angesetzt. Gleichwohl giebt er ihm nicht ein-mal das Tuch um, daß er sich das Kleid nicht garstig mache.Ob er ihn aber glatt, oder über den Kamm scheren wird, weisich noch nicht. Wenn er aber gcschcid ist, so wird er ihn recht-schaffen zerkratzen.

Hegio. Höre! Willst du lieber frey, oder ein Knechtseyn? Sprich!

Philod'. Ich will nichts, als was dem Guten am nächstenkömmt, und von dem Uebel am weitesten entfernt ist. Vielenzwar ist die Knechtschaft eben nicht sehr beschwerlich gcwcscn.Darunter gchöre auch ich. Mein Herr hat mich nicht anders,als sein eigen Kind gehalten.

Tynv. Gut! Zn der That, nicht einmal für ein Talentwollte ich den Thales aus Milct kaufen. Denn gegen demseine Weisheit ist die scinigc Kindcrposscn. Mit was für einerArt hat er nicht die Rede auf die Knechtschaft zu bringen gewußt!

-Hegio. Aus was für einem Geschlechte ist dieser Philor'rates?

Philor'. Aus dem polyplusischcn, welches daselbst das mäch-tigste und gcchrtcstc Geschlecht ist.