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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
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Fünfundfünfzigstes Kapitel: Der Kapitalismus

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kapitalistischen Großorganisationen zu einer Art selbsttätiger Regelung,zu einem innerkapitalistischen Beharrungszustand geführt haben(Sehr. d. YfSP. 159, 115).

Wir haben dann auch Einblick gewonnen in die Mittel, durch diees dem Kapitalismus gelingt, dieses kunstvolle System einer weit-ausgreifenden Gesellschaftswirtschaft zu schaffen: es ist die Rationalirsierung aller Elemente des wirtschaftlichen Prozesses, die formellnichts anderes als deren Anpassung an die Bedürfnisse des Kapitalis-mus bedeutet, materiell aber in einer allgemeinen Vergeistungseelischer Inhalte besteht. Diese Vergeistung (oder Versachlichung)bezieht sich auf die Wirtschaftsform, in der und durch die alle wirt-schaftlichen Vorgänge sich ab wickeln: die kapitalistische Unter-nehmung, sowie auf alle Werkbetriebe und auf die Formen, in denensich der Güterumsatz abspielt (Handel und Kredit).

Wir haben schließlich von der fortschreitendenKonsolidierungdes Kapitalismus, vonder Stabilisierung der Geschäfte, aber auchvon der beginnenden Verlangsamung des Schrittmaßes seiner Ent-wicklung gebührend Kenntnis genommen.

Das alles ergibt sich ohne weiteres aus einem aufmerksamen Studiumdieses Werkes, und um es festzustellen, hätte es keines besonderenRückblicks bedurft.

Was dagegen noch nachzuholen ist, ist der Versuch, uns von derAusdehnung des Kapitalismus, das heißt also von dem Geltungs-bereich des kapitalistischen Wirtschaftssystems, eineziffernmäßig begründete Anschauung zu machen. Das einzige Mittel,diesen Versuch auszuführen, geben uns die Berufs- und Gewerbe-zählungen an die Hand: wir müssen die Zahl der in kapitalistischenUnternehmungen beschäftigten Personen zu ermitteln trachten undihren Anteil an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen bestimmen. Nunwissen wir aber von früher her, wie schwer es ist, eine Feststellung derZahl derkapitalistischen Unternehmungen vorzunehmen, da dieamtlichen Statistiken im günstigsten Falle nur die Zahl der ver-schiedenen Betriebsgrößen angeben.

Falsch wäre es, aus der Zahl der Lohnempfänger auf den Um-fang des Kapitalismus zu schließen, da ja in diesen die Hilfspersonenin den Bauernwirtschaften, im gewerblichen Handwerk, im handwerks-mäßigen Handel und Transport eingeschlossen sind. Bestimmt manalso alsProletariatalle, die von Gehalt oder Lohn leben, wie esWoytinski tut (a. a. 0. 2, 2), so gibt die Größe desProletariats