Siebenundfünfzigstes Kapitel
Die Bauernwirtschaft
I. Was eine Bauernwirtschaft ist
Ein Bauer in dem weiten hier gemeinten Sinne ist der Mann, dereinem landwirtschaftlichen Betriebe vorsteht, das Korn oder was ersonst erntet in seine eigenen Scheunen sammelt und selbst hinter demPfluge geht. Die Bauernwirtschaft ist derjenige landwirtschaftliche Be-trieb, den dieser Mann in Gemeinschaft mit seiner Familie führt (wiedas des näheren noch auszuführen sein wird).
II. Die Verbreit ung der Bauernwirtschaft auf der
Erde
Von der Verbreitung der Bauernwirtschaft wird man sich, an-gesichts der Unvollkommenheit und Buntheit der Statistik, nur eineungefähre Vorstellung verschaffen können, die aber doch genügt, umdie Bedeutung dieser Wirtschaftsform einigermaßen richtig abschätzenzu können. Ich teile im folgenden einige Hauptziffern mit, die ich derdankenswerten Zusammenstellung bei W. Woytinski, Die Welt in Zahlen (Drittes Buch 1925), entnehme.
(Dortselbst findet der teilnehmende Leser auch alles Nötige, wasüber die Erhebungsmethoden zu sagen ist.)
Das Ergebnis eines Überblicks über die Verbreitung der Bauern-wirtschaft auf der Erde und die Veränderungen in ihrem Beständewährend des Zeitalters des Hochkapitalismus ist dieses: daß sie währenddieses Zeitraums an Umfang und Bedeutung nicht unbeträchtlich ge-wonnen hat und noch heute die bei weitem wichtigste Art der Wirt-schaftsverfassungen ist.
Wir können im gesamten Bauerntum auf der Erde drei große Gruppenunterscheiden:
1. den Osten: die Kulturländer Asiens, China, Japan und Indien,dem wir Rußland zuzählen können;