Neunundfünfzigstes Kapitel: Die Gemeinwirtschaft
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mittelten noch hinzuzählen. Dann ergibt sich, daß in allen öffentlichenBetrieben des Deutschen Reiches
1558315 Personen
beschäftigt waren.
Sind das „viele“ ? Zweifellos, wenn wir sie mit der Zahl der An-gehörigen einer einzelnen Gewerbegruppe in Vergleich stellen. Wirfinden dann, daß nur eine Gewerbegruppe (das Handelsgewerbe) stärkerbesetzt war (mit rund 2 Millionen), eine andere ebenso stark (das Bau-gewerbe mit fast genau ebensoviel gewerbetätigen Personen: 1563594),daß dagegen alle übrigen Gewerbegruppen kleiner waren; auch dienächst zahlreichen: Bekleidungsgewerbe 1,3, Industrie der Nahrungs-und Genußmittel 1,2, Maschinenindustrie 1,1, Textilindustrie 1,0,Montanindustrie 0,9 Millionen. In öffentlichen Betrieben waren an-nähernd so viele Personen beschäftigt wie in derTextilindustrie,
Papierindustrie,
Lederindustrie,chemischen Industrie
zusammen.
Dagegen verschwindet die Ziffer, wenn wir sie mit den Erwerbstätigen überhaupt und in den großen Berufsabteilungen vergleichen.Dann ergibt sich, daß die Zahl der in öffentlichen Betrieben beschäftigtenPersonen entspricht etwa
einem Drittel bis einem Viertel der Zahl der Handwerker,einem Zehntel der in Industrie, Handel und Verkehr Erwerbstätigen ,einem Zwanzigstel der von der Berufszählung ermittelten Erwerbs-tätigen überhaupt.
III. Die gemischt-öffentlichen BetriebeDer Name für diese Mischform von Betrieben steht nicht fest:neben dem in der Überschrift gebrauchten Ausdruck begegnen wirnoch folgenden anderen Bezeichnungen: gemischt-öffentliche Unter-nehmung, gemischtwirtschaftliche Unternehmung, gemischt privateund öffentliche Unternehmung, kommunal- (staatlich-) privatwirt-schaftlicher Betrieb, privat-gemeinwirtschaftlicher Betrieb, öffentlich-privater Gemeinschaftsbetrieb.
Auch der Sinn, der mit dem Worte verbunden wird, ist nicht immerderselbe. Ich will unter gemischt-öffentlichem Betriebe alle (Wirt-schafts-) Betriebsformen verstehen, deren Eigenart darin besteht, daß