Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
127
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Beschluß der Critik über die Gefangnen des Pl-nilus. 127

gestellt hat; und viele andre Sachen, wozu man aber Bclescnhetiin den Schauspielen selbst nöthig hat, die wir freylich einemHerrn Magister nicht zumuthcn wollen.

Wir wundern uns übrigens gar nicht, daß diese Übersetzunggleichwohl in so vielen Zeitungen ungcmcin gelobt worden ist:woher diese gefälligen Urtheile entsprungen, wird Herr Grcgo-rius am besten wissen, und wir wissen es auch.

Beschluß der Critik über die Gefangnen des Plautus.

Ich komme zu der andern Art von Fehlern, die man häufigbey dem Plautus finden will, und deren mein Gegner auch ei-nige in seinen Gefangnen aufgctricbcn hat. Diese sind seinenichts bedeutenden Scherze, deren Grund mcistcnthcilS ein Wort-spiel ist. Ich gebe es zu, die Lustspiele deS Plautus sind davonvoll, nur das kann ich nicht zugeben, daß man daraus auf denÜbeln Geschmack dieses Dichters schließen will. Ich muß michgeschwind deutlicher erklären, denn ich bin sonst in Gefahr, daßmeine Leser mir selbst einen sehr nichtswürdigcn Geschmack zu-schreiben werden. Ich rede gar nicht dem eingeschränkten Witzedas Wort, welcher seine Scherze und Einfälle bloß aus demGlcichlautc, oder der Zweydeutigkeit der Worte nimmt. Dieserkindische Weg sinnreich zu scheinen ist allen Schriftstellern eineSchande, besonders aber dem Dichter, als bey dem die wahreScharfsinnigkcit am meisten gesucht und am leichtesten vermißtwird. Ich muß gleich meine Einschränkung hinzusetzen, damitich mir nicht zu widersprechen scheine: Wortspiele, behaupte ichalso^ beschimpfen den Dichter, als Dichter, nicht aber als Nachah-mer geringer Personen. Alle Gedichte, wie bekannt ist, theilensich in zwey Arten; in Gedichte wo der Dichter redet, und inGedichte, wo er andre reden läßt. Man kann, wenn mau will,die dritte Art hinzu setzen, welche die beyden vorigen Fälle vcr-bindet. In der ersten Art, wohin besonders Oden und Lehrge-dichte zu rechnen sind, ist der geringste Schein eines Wortspielsnnerträglich. In der Ode ist es, wo er die Sprache der Göt-ter reden, und das Erhabne in Gedanken, Ausdruck und Ord-nung herrschen lassen soll. Das Menschliche will ihm schon