Beschluß der Critik iibcr die C'cf.MjZiicn des PluittuS. 13!)
droht, gegen die Freude, die er aus seiner löblich vollbrachtenThat schöpfet, wenig achten. Noch weit kräftiger aber wirkendie Rcizungcn seiner Tugend, da er zuletzt glucklich wird. Ichwollte wünschen, daß dem guten Plautus nicht einige Zeilenentwischt wären, die seinen Charakter, da er nunmehr sein Glückweis, etwas hart machen:
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Er sagt diese Drohungen zwar dem ärgsten Böscwichtc, dochwürden sie, sollte ich meynen, in eines andern Munde anstän-diger gewesen seyn. Die Rache ist keine Zierde für eine großeSeele. Was für ein Lob endlich verdient nicht Plautus, daßer die gereinigte Moral, welche durch das ganze Stück herrscht,nicht durch den allzuzärtlichcn Affcct der Liebe geschwächt hat!Wie viel hat er hicrinnc Nachfolger? Keinen. Wie groß aberwürde der Nutzen seyn, wenn man ihm gefolgt wäre? Unend-lich. Alsdann würde der Schauplatz in der allcrcigcntlichstcnBedeutung die Schule guter Sitten geworden seyn. Ich habeoben gesagt, daß in den Lustspielen der Alten auch die bestenPersonen nur solche wären, die weder einen erhabnen Geist nochein edles Herz verlangten. Die Gefangnen des Plautus mußman hiervon ausnchmcn, worinnc er den nach ihm folgendenDichtern das erste Muster gegeben hat, wie das Lustspiel durcherhabne Gesinnungen zu veredeln sey. Wie gut wäre es, wennsie ihm treuer gefolgt wären!
Ich bleibe also dabey, daß die Gefangenen das schönste Stücksind, das jemals auf die Bühne gekommen ist, und zwar auskeiner andern Ursache, welches ich nochmals wiederholen will,als weil es der Absicht der Lustspiele am nächsten kömmt, undauch mit den übrigen zufälligen Schönheiten reichlich versehenist. Diese sollte ich nun umständlich entwickeln, und ihren in-nerlichen Werth feste setzen: ich bin aber auf den Einfall gekom-men, sie lieber in einer Nachahmung empfindlich zu machen.Ich will meinen Lesern nicht voraus sagen, von welcher Art