AuS der Berlinischen Zeitung vom I. 1761. 147
Cnlhusiastcrcy, ist zu nichts weniger als zu systematischen Begriffenund abgemcßnen AuSdnickungcn geschickt. Warum macht man ihmdie Schwäche seines Verstandes zu Verbrechen seines WillcuS? Warumfolgert man aus gewissen Orten, wo er von Sachen, über welche dieScham einen geheimnisvollen Vorhang zieht, etwas zu frey, zu cckcl,zu schwärmerisch geschrieben hat, Thaten der sträflichsten Unzucht? Nurzum Beweise der Verleumdung, und mehr zum Aergernisse als zur Er-bauung, schreibt man aufgedeckte Bosheiten der Hcrrcnhutcr, so langenoch keiner von ihnen der Verbrechen, welche man ihnen Schuld giebt,und welche die schärfste Ahndung verdienten, vor der weltlichen Obrig-keit überführet worden ist. Man weiß es aber schon, daß man mitdiesen unbarmherzigen Beschuldigungen vor Gerichte nicht fortkomme»kann, und daß, am Ende, jeder billige Richter lein ander llrthclvon den Hcrrcnhutcrn zu fällen weiß, als das, was Pliuius, ohglcichin einer ganz vcrschicdncn Sache, fällte: nilnl -iliiul invviii ss»:m>l'n^oi'l'lilimiom pi'itv.iin A immnllieüm. Wäre es al'o nicht gut,wenn die Herren Theologen die Wahrmachung eines AuSspruchcS desCicero, ojiinianum oommank-» llolol, clio«, ruhig erwarteten? Sie ha-ben einen AuSsprnch in der Bibel, der eben dieses sagt, und es istzu verwundern, das ihnen noch niemand des Eamalicls «-u-zugerufen hat. Köuutcn sie ihrem Charakter gemäßer handeln,als wenn sie, wie dieser Pharisäer gedächten: ist der Rath oder dasWert' aus den Menschen, so wirds untergehen/ ists aber ausGOtt, so können wirs nicht dämpfen :c, ? Ein gewisser ChristianPhilalcth hatte der ersten Anzeige des Hrn. D. Hofmanns hundert Fragenentgegen gesetzt; uud in der Vorrede zu dieser dritten Anzeige sagt uns derVerfasser, warum er auf diese Fragen zur Zeit noch nicht geantwortethabe. Die vornehmste Ursache ist, weil sich dieser Gegner nur untereinem falschen Namen gcucnnt, und der Herr Toktor durchaus denje-nigen erst persönlich kennen will, welchen er wiedcrlcgen soll. DieWahrheit zu gestehe»; wir sehen das schlicssciidc dieser Ursache nichtein. Kan ei» Schriftsteller unter erborgtem Nahme» keine Wahr-heit sagen? Oder kan man niemanden wiedcrlcgen, wenn man nichtPcrsonlichkcitc» i» die Wicdcrleguug mischt? I» eben der Vorredemeldet der Herr Eencralsup. daß allem Ansehe» nach die Hcylandscasscbald banaucrot mache» werde. Vielleicht zieht der Umsturz ihres öko-
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