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Zweites Kapitel: Die Großstadt
Alles änderte sich ja dann: Neapel blühte gerade unterder spanischen Herrschaft mächtig empor; weil die Großenwieder stattliche Gefolge hielten, so war des Prunks mehrals zuvor, und die Bevölkerung wuchs rasch 80 .
7. Paris. Als der Begründer der modernen Chemie seineimmerhin schätzbaren Kräfte dem „Wohle des Volkes“ weihte,und sich in der Nationalversammlung um die Reform desFinanzwesens mühte, hat er eine überaus interessante Be-rechnung ausgeführt, um festzustellen, wie groß die Mengeund der Wert der von den Parisern von außen her bezogenenWaren sei. Seine sehr genauen Aufstellungen gipfeln in demErgebnis, daß für 250 Mill. Livres von den Menschen, für10 Mill. Livres von den Pferden in Paris jährlich Gebrauchs-gegenstände verzehrt würden, die bezahlt werden müssen.Uns interessiert hier die Antwort, die Lavoisier auf dieFrage erteilt: wovon die 250 Millionen bezahlt wurden, weilin ihr ein außerordentlich frappantes Urteil über die Zu-sammensetzung der Pariser Bevölkerung beim Ausbruch derRevolution enthalten ist. Die Antwort lautet nämlich (wennwir sie von den offenbaren Irrtümern reinigen, die Lavoisieruntergelaufen sind 37 ):
Etwa 20 Millionen bringen Exportgewerbe und Handelein; 140Millionen werden mit Hilfe von Staatsschulden-renten und Gehältern bezahlt (revenu des intörets etdöpenses payö par le trösor public);
100 Millionen decken die Grundrenten- und Unternehmer-profite (von auswärtigen Unternehmungen), die in Paris zum Verzehr gelangen (revenu des propriötaires de terre,de biens ruraux et de inanufactures).
Glänzend, glänzend! Welche Tiefe der Einsicht und der Er-kenntnis: Paris — bis auf eine quantitö nögligeable — einereine Konsumstadt, die vom Hof, von den Beamten, von denStaatsgläubigern und den Grundrentenbeziehern lebt.
Dieselbe Auffassung sehen wir bei allen urteilsfähigen