Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 1761- 163
„mals, ohne Zweifel, geschah es, daß er die Lutherische Religion mit„der Katholischen verwechselte, und zwar wie mau sagt auf Zureden„des Jesuiten, Pater SirmondS. Er ging hierauf »ach Rom , wo er„sich besonders an den Kardinal Fr. Barberini hielt :c." In diesenwenigen Zeilen sind eine Menge Fehler, sowohl der Begehung als Un>tcrlassung. Erstlich ist es zwar wahr, daß er in seiner Vaterstadt stu-dirt hat, und zwar besonders unter Joh. Huswcdeln, allein sehr kurzeZeit; weit länger aber hat er sich in Lcydcn aufgehalten, wo er sichbesonders auf die Arzncykunst legte. Zweytens war die Reise nachFrankreich nicht seine erste Reise, sondern diese nntcru.ihm er 1617nach Italien , wohin ihn PH. Cluver begleitete- Auch seine zweyteReise war es nicht, denn diese ging 1622 nach England ; und als ervon da wieder zurück kam, begab er sich erst nach Frankreich , undzwar, wie man will, aus Verdruß vergebens nm einen Schuldienst an-gehalten zu haben, welchem man auch seine Religionsvcrändcrnng zu-schreibt- Drittens war es nicht in Italien , wo er den Kardinal Bar-bcrini kennen lernte, sondern schon in Frankreich , wohin ihn PabstUrbanuS der VIII. in Religionsgcschäfteu als Legaten geschickt hatte-Er wurde ihm von Prirescio empfohlen, und auf dessen Empfehlungnahm ihn der Kardinal unter seine Hausgenossen auf, und hernach mitsich nach Italien , wo er ihn zn seinem Sccrctair und .Bibliothekarmachte. (Die Fortsetzung nächstens.)
Diese zwey ersten Theile, von denen man überhaupt gestehen muß,daß sie vcrschicdncr Unrichtigkeiten ohngcachtct, mit einer anSgesnchtcnGelehrsamkeit angefüllet sind, kosten in den Voßischen Buchlädcn hierund in Potsdam 16 Thlr.
(3. April-) Was Chaufepie sonst von Holsteincn sagt, ist nichtweniger unvollständig. Die Reisen, die er gethan, als er schon inItalien gewesen, vergißt er ganz uud gar; z. E. seine Reise nach Poh-lcn 163t), wo er bey seiner Rückreise über Wien ging, und aus Ver-langen des Kardinals Barbcrini verschiedene Handschriften nachschlug-In der Stelle, die er zum Schlüsse üuS den IXonvellos la livjmli,äos I.ellr. anführt, vergißt er eine kleine^ Unachtsamkeit des HerrnBaylc anzumerken, wo dieser sonst so genaue Mann ihm den Tittcleines I>ililiuliu'^u!>irv <lu Vlcklvan beylegt; da dieser doch nur einemKardinale gegeben werden kann, und Holstein nichts als cii8>os diliüolliec-r war. Ferner ist es zwar wahr, daß er den Kardinal Bar