Die Fürstenhöfe
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1780 .... 194118 1. 17 s.
1781 . . . . 151290 „ 3 „
1782 .... 199509 „ 4 „
1787 . . . . 217187 „ — „
Von da ab gehen die Ausgaben zurück.
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Und das Weibchen? Hat es Anteil — und welchen? —an dieser raschen Steigerung der Luxusausgaben? Bei denitalienischen Fürsten, bei den französischen Valois brauchtman nicht lange zu fragen: man weiß, daß sie nur den Frauenzu Liebe lebten. Aber Ludwig XIV., der doch recht eigentlicherst den Luxus ganz großen Stiles schafft: ist es bei ihmnicht viel eher Machtdünkel und Prunksucht, die ihn beherrschenund zur Luxusentfaltung Anlaß geben? Nein: gerade beiLudwig XIV. können wir, ich möchte sagen, aktenmäßig denEinfluß seiner Geliebten auf die Gestaltung seines äußerenLebens verfolgen: die Liebe zur La Valliöre hat Ludwig XIV. zur Erbauung von Versailles getrieben: auf seines Vaterskleinem Jagdschloß von Versailles hatte er die ersten Rendez-vous mit ihr gehabt: „Dort auf dem Waldhügel sollte dieGeliebte ihres Herrn Zauberschloß aufsteigen sehen.“ Mitder Liebe zur La Valliere beginnen die großen Feste am Hofe:die Aufführungen von Ariosts Zaubergeschichten, les plaisirsde l’tle enchantöe, worin der König den Roger spielte. Von1674—1680 wird das Schloß von Clagny, das 2 Mill. Fr.kostet, errichtet: die Caprice einer Favoritin. Und immer,wenn eine neue Geliebte Ludwigs Herz gefangen nimmt, brichteine neue Flut von Luxus hervor: eine ist immer verschwen-derischer als die andere bis zu der M lle Fontanges, die dieGoldstücke durch alle Fenster schleuderte, die monatlich100000 öcus verbrauchte und sich wunderte, als man diesVerschwendung nannte. Daß der französische Hof im 18. Jahr-hundert ganz von den Maitressen beherrscht und das Hof-