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schung auf ein totes Geleis gefahren. Man hat ganz an derfalschen Stelle den Gründen für den Übergang zur kapita-listischen Wirtschaftsverfassung nachgespürt. Kundenproduk-tion und Fernabsatz bezeichnen nicht im mindesten den Gegen-satz zwischen Handwerk und Kapitalismus , wenn wir ihrenAbsatzbedingungen nachgehen. Es gibt Kapitalismus bei strik-tester Kundenproduktion (Maßschneiderei) und hat jahr-hundertelang zahllose blühende Handwerke ohne jede kapi-talistische Nuance gegeben, deren Absatzgebiet der ganzebewohnte Erdkreis war.
Den verfahrenen Wagen wieder auf das richtige Geleiszu bringen, wollen die folgenden Ausführungen ihr Teil bei-tragen. Sie nehmen den Faden da auf, wo die Denker des18. Jahrhunderts ihn haben fallen lassen; sie wollen denLuxus großenteils verantwortlich machen für die kapitalisti-sche Entwicklung bis zum Ende der frühkapitalistischenEpoche, indem sie dabei von folgenden Grundgedanken ge-tragen werden.
Der Luxus hat bei der Entstehung des modernen Kapi-talismus auf sehr verschiedene Weisen mitgeholfen; er hatz. B. bei der Überführung des feudalen in den bürgerlichenReichtum (Verschuldung!) eine wesentliche Rolle gespielt.Hier soll jedoch nur seine marktbildende Kraft in Rück-sicht gezogen werden, die man sich im allgemeinen etwa soklar machen kann.
Die kapitalistische Unternehmung braucht, wie wir wissen,um leben zu können, einen Mindestabsatz von Tauschwerten.Die Höhe dieses Absatzes ist von zwei verschiedenen Um-ständen abhängig: von der Häufigkeit des Güterumsatzes undvon der Höhe des Tauschwertes der umgesetzten Güter - .
Die Höhe des Tauschwertes der umgesetzten Güter wirdwiederum durch zwei Faktoren bestimmt: durch die Höhe desTauschwertes des einzelnen Gutes und durch die Menge derGüter.