«W»»v<r «4»!»?.» ^ »
Ans der Berlinischen Zeitung vom I. 1761. 163
gen. Diese Fabeln hat der berühmte Verfasser mir vor kurzen in sei-ner Muttersprache herausgegeben, und wir sind die Ucbcrsctznng davoneben dem geschickten Manne, welcher uns das komische Heldengedichte,Peter Paars, deutsch geliefert hat, schuldig, neinlich dem Hrn. I. A.Scheibe, Königl. Dänischen Kapellmeister. Er wird es uns nicht übelnehmen, wenn wir, was den Werth dieser Fabeln anbelangt, mit ihmnicht einer Meinung seyn können. Tcr Herr von Holberg gehört un->tcr diejenigen Schriftsteller, weichen einige mit Recht wohlaufgcnommcncWerke das glückliche Vormthcil vcrschaft haben, als ob alles, wasaus ihrer beschäftigten Feder fließt, vortrcflich scyn müßc. Troz diesemVornrthcile aber wagen wir zu sagen, daß seine Fabeln nbcrhauprerbärmlich, und unter allen zwcyhundcrt und zwey und dreysiigcn nichtzwey und dreyßig leidlich sind. Er hat sie in ungcbundncr Rede ab-gefaßt, welches wir weder billigen noch tadeln wollen. Die Wahrheitaber zu sagen, so tränen wir dem Hrn. Verfasser nicht einmal zu, daßer im Stande sey, den Versen diejenige rcitzcndc Einfalt zu geben,welche sie nothwendig haben müssen, wenn sie zum Vortrage der Fa-beln geschickt seyn sollen. Wir wollen zur Probe ein Paar von denkleinsten hersetzen, woraus der Leser ohne uns schließen wird, daß derHerr von Holbcrg auf das höchste der dänische Stoppe ist. Die 185.Fabel heißt
Der Elephant und der Biber.Ein Elephant und ein Biber sprachen einSmalS von dem Lauf derWelt mit einander, sowohl in Ansehung der Thiere als der Menschen-Unter andern Dingen fragte der Biber den Elephanten, welche Herr-lichkeit er sich am liebsten wünschen möchte, entweder Reichthum oderWcißhcit? Der Elephant antwortete: Ich wollte mir wohl Weißheitwünschen, wenn ich nicht sähe, daß so viele weise Sollicitantcn undstndirte Leute mit niedergeschlagnen Köpfen in den Vorgcmächcrn derNarren stünden.
Warum hat der Verfasser den Elephanten und den Biber zu dieserFabel gcwchlt? Warum nicht die Katze und den Hnnd, oder den Eselund das Pferd? Welche Wahrscheinlichkeit, daß der Elephant jemalsin die Norgcmächcr reicher Thoren gekommen istsDie 187. Fabel.Von der Neherinil/ die ihre Nehnadcl verlor.Eine Nchcrinn vcrlohr einsmals ans dem Felde eine Nchnadcl.
II"