Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
171
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Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 1761. 171

Philosophie ausser Griechenland und andre, eingeschaltet; er hat dieVorstellungen der Lehrsätze ergänzt, und ihren Zusammenhang deutli-cher vor Augen gelegt, als worauf in der Geschichte der Wcltweisheitoffenbar das Hauptwerk beruhet. Ucbrigcns ist die Einthcilung des Werksselbst so eingerichtet worden, daß sie mit dem lateinischen Werke über-eilt trift. Unsre Anpreisung wird sehr unnöthig seyn. Wenn es aberwahr ist, daß niemand in einer Wissenschaft ein gründliches Eompen-dium abfassen kann, als der, welcher diese Wissenschaft in dem weit-läufigsten Umfange übersieht, so muß das gegenwärtige gewiß dasgründlichste seyn. Ohne die Geschichte bleibt man ein uucrfahrncsKind. Und ohne die Geschichte der Wcltweisheit insbesondere, welchenichts als dic Geschichte des Irrthums und der Wahrheit ist, wirdman die Stärke des menschlichen Verstandes nimmcrmchr schätzen ler-nen; man wird ewig ein aufgcblasner Sophiste bleibe», der, in seineGrillen verliebt, der Gewißheit im Schosse zu sitzen glaubt; man wirdstündlich der Gefahr ausgesetzt seyn von unwissenden Pralcrn hintcr-gangen zu werden, welche nicht selten das neue Entdeckungen nennen,was man schon vor etlichen tausend Jahren gewußt und geglaubt hat:c.Kostet in den Boßischcn Buchlädcn hier und in Potsdam 10 Gr.

(20. Jul.) Frankfurt am May». Empfindungen für die Tu-gend in satyrischen Gedichten von C. N. Naumann, Verlegt-)D. Ch. Hechtel. 1722. Es ist ju wenig, wenn man Schriften,welche lächerliche freye Handlungen der Menschen als lächerliche schil-dern, unter gewissen Umständen erlaubte Schriften nennet. Man mnßsie unter die nützlichsten zählen, welche oft mehr als eine mit Fluchund Hölle belästigte Predigt das Reich der Tugend erweitern. Manweiß daß die Meister derselben vcrschicdnc Wege gegangen sind. Manweiß worinnc die Satyrcn eines Horaz von den Satyren eines Juvc-nals und Persins unterschieden sind. Man weiß daß allzu strengeKnnstrichtcr, welche sich vielleicht zu genau an willkürliche Erklärungengebunden haben, den letztem den Namen der Satyrcnschreibcr abspre-chen. Sie donnern anstatt zu spotten. Sie führen Laster auf anstattUngereimtheiten. Sie machen mehr verhaßt als beschämt. Ihr Lache»ist voller Galle; ihre Scherze sind Gift. Herr Naumann selbst giebtuns das Recht, ihn unter die Nachfolger dieser allzu ernsthaften-cher der Tugend zu setzen. Was sind seine Empfindungen für dic Tu-gend anders als das, was scin Muster inäignatic) nennet? Diese al-