17» Aus der Berlinische» Zeitung vom Z, 1751.
aus Niederträchtigkeit furchtsam zc. Wenn es wahr ist, daß dieTugend in wilden Herzen und bey einem ungeübten Verstände woh-nen kann, so ist vielleicht der moralische Charakter der Westphälcr imGrunde besser als der Charakter der gesittetesten Völker. Nur zu oftcsieht der witzige Kopf den Mangel des Witzes und der Artigkeit fürden Mangel der Tugend an, er, der nicht selten den gesellschaftlichenLastern diesen Namen beylegt. Von dieser Ucbcrcilung ist Herr R>weit entfernt. Er tadelt an den Westphälcrn nichts als ihren unge-heuren Geschmack in den schönen Wissenschaften. Er hat sogar dieBilligkeit ihnen den Ruhm nicht streitig zu machen, Männer unter sichgehabt zn haben, welche in den ernsthaften Theilen der Gelehrsamkeitstark gewesen sind; wann es anders bey ihm eine Billigkeit zn nennenist, da er sich selbst für einen Westphalcr ausgicbt. Man wird anseinem ganzen Aufsatze, wie wir hoffcu, nichts zu erinnern finden,als dieses: erstlich, daß seine Satyre für seine LandSlcutc, nach derEinsicht, welche er selbst ihnen beylegt, zn fein ist; zwevtenö/ daßalle die Verfasser welche er anführt unter der Satyre sind. Ein elen-der geistlicher Redner, ein abgeschmackter PolcmicuS, ein Reimschmidwelcher nichts als elende Hochzcillicder, oder chrienmäßigc Tranerotcn,voller schönen Stcrbegcdanlcn, die einen ehrlichen Mann zur Verzweif-lung bringen können, der Welt vorlcycrt, werden allzusehr geehrt,wcmi man sich förmlich mit ihrem Tadel abgicbt. Kostet in den Voßi-scheu Buchlädcn hier und in Potsdam Z Gr.
(29. Jnn.) Ulm . Erste Ansangsgründe der philosophischenGeschichte, als ein Auszug seiner grösser» ^Verre herausgege-ben von Jacob Brucr'er. Zweyte Ausgabe. Bey Daniel Bar-tholomäi und Soh». in 8t- i Alph, 15 Bog. Diese AnfangSgründckamcn das erstemal im Jahr 17Ä! heraus, als der Herr Verfasser diekurze» Fragen aus der philosophischen Historie gccndigct hatte. SeineAbsicht war dcn Anfängcrn an diesem, in dem Cirtcl der Wisscnschas-tcn unentbehrlichen, Theile einen Geschmack beyzubringen, und sie zudcn Fragen selbst vorzubereiten. Die Ausarbeitung des grösser» latei-nische» Werks aber hat ihm in der Folge Gelegenheit gegeben dieLücken nnd Unzulänglichkeiten dieses Auszuges, besser als jeder andre,wahrzunehmen. Er hat also in dieser neue» Auflage, nicht geringeVeränderungen gemacht; er hat ganz neue Hanptstückc, zum Ercmpclvon der orientalischen Philosophie, von den Schicksalen der griechischen