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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
Entstehung
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Einleitung: Das doppelte Gesicht des Krieges

castles; and in virtue of such possessions ,to Claim a right to wholeKingdoms and to tracts of land of a vaste extent and to exclude allother nations from trading into or from them.

Vergegenwärtigt man sich aber die überragende Be-deutung, die die Kolonien für die Entwicklung des modernenKapitalismus haben: als Vorbilder, als Gesinnungsbildner, alsVermögensbildner, als Marktbildner, so genügt diese eineLeistung des Krieges: die Eroberung der Kolonialreiche, umihn auch als Schöpfer kapitalistischen Wesens zu betrachten.Das doppelte Gesicht des Krieges: hier zerstört er, und dortbaut er auf.

Aber um das auszusprechen, hätte ich nicht nötig ge-habt, schon wieder ein Buch zu schreiben. Denn das weißsogar jederHistoriker. Was mir vielmehr am Herzen liegt,ist: den Nachweis zu führen, daß der Krieg noch viel unmittel-barer am Aufbau des kapitalistischen Wirtschaftssystems be-teiligt ist. Deshalb daran beteiligt ist, weil er die modernenHeere geschaffen hat und die modernen Heere wichtigeBedingungen kapitalistischer Wirtschaft erfüllen sollten. DieBedingungen, die hier in Betracht kommen, sind: die Ver-mögensbildung, der kapitalistische Geist und vor allemein großer Markt. Die folgenden Untersuchungen stellensich die Aufgabe, die Zusammenhänge aufzudecken, diezwischen der Entwicklung des Militarismus und des Kapitalis-mus bestehen. Ich werde immer vor allem nachzuweisensuchen, inwieweit die modernen Heere, deren Entstehung ichzunächst verfolge: 1. als Vermögensbildner, 2. als Gesinnungs-bildner, 3. (vor allem!) als Marktbildner dem kapitalistischen Wirtschaftssystem Vorschub leisten.

Die Epoche, über die sich meine Darstellung erstieckt,ist die Zeit seit der Entstehung der modernen Heere bisetwa zum Ende des 18. Jahrhunderts. Es sind die für dieEntwicklung des modernen Kapitalismus entscheidenden Jahre,in denen er Ziel und Richtung bekommt, seine Pubertäts-