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Erstes Kapitel: Die Entstehung dermodernen Heere
I. Die Herausbildung der neuen Organisations-
formen
1. Die theoretisch möglichen Heeresverfassungen
Die allg emeine Heeresverfassung weist folgendeMöglichkeiten verschiedenartiger Gestaltung auf:
1. Nach dem Organisationszentrum unterscheidenwir Privatheere und Staats- (Stadt- usw.) Heere: je nachdeminnerhalb eines Gemeinwesens einzelne (Privat-) Personen dieHeere zusammenbringen, um sie entweder für sich oder fürandere kämpfen zu lassen; oder die öffentlich-rechtlichen Ge-walten, „öffentliche Körper“ wie Staaten, Stände, Städte dieHeere organisieren.
2. Nach der Lebensdauer eines Heeres zerfallendie Heere in stehende und nicht stehende, (man könnte sagen:fliegende Heere), je nachdem sie ohne die besondere Ver-anlassung eines Krieges ein für allemal zusammenbleibenoder nur auf Zeit zusammengebracht werden, wenn sich einBedarf nach ihnen einstellt. Das stehende Heer kann wiederumin zwei verschiedenen Formen auftreten: präsent oder absent,je nachdem der Miles perpetuus „unter Waffen“ gehalten oderzu seiner bürgerlichen Beschäftigung beurlaubt wird. Bleibtein Teil des stehenden Heeres unter Waffen, während einanderer Teil sich im Beurlaubtenstande befindet, so sprechenwir von einem Kadreheer.
Will man den Begriff „stehendes Heer“ enger fassen, so