Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
187
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Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 1761. 187

sctzung seiner Ergötznngcn unterbricht. Gleichwohl hat ein Gefangenerauf dem Schlosse von Amiens diesen letzten Zeitvertreib vorgezogen.Vorgezogen? 5ie Wahl wird vielleicht bey ihm nicht statt gefundenhaben. Cr crzehlt also, unter angeführten Titel, einem seiner Freunde,weil cr ihm nichts besscrs von sich zn crzchlcn weiß, die kleinen ver-liebten Abeutheucr, die ihn in den letzten Winterquartieren beschäf-tiget haben. Sein Gefängniß ist auf drey Jahr fest gesetzt.Wahr-haftig, sagt cr, es wäre sehr närrisch, wcnn ein junger Mensch vonzwey und zwanzig Jahren cincr so kurzen Gefangenschaft wegen ver-zweifeln wollte. Man muß sich in die Zeit schicken; ich habe das,was mir wicdcrfährt, verdient; hier ist kein ander Mittel. Laßt unsdie Bande meiner Gefangenschaft mit Blumen umwinden. TaS An-denken mcincr gcnosfcncn vrgötzlichkeitcn :c. :c." Wer hier einenarmen Hahnrcy, dort ein verführtes Frauenzimmer, hier einen bestraf-ten Näschcr, dort einen barbarischen Eifersüchtigen sehen will, derwird in dicscn Belustigungen eines Gefangenen Nahrung finden.Wir würden zum Lobe derselben hinzu fügen, daß sie aufgeweckt ge-schrieben sind, daß man die Reinigkeit der Sprache darinne nicht ver-missen wird, wenn cS nicht schon bekannt wäre, daß die FranzösischenWitzlinge dem gefährlichsten Gifte den angcnchmsien Geschmack zu ge-ben pflegten. Kostet in den Voßischcn Buchlädcn hier und in Pots-dam 8 Gr.

(Z. Nov.) -LondSN. /^es <7m'ttc/e^e«, ^»«^ Mnc/anie c?e " '17S1. in 8t. auf 15 Bogen. Tie Verfasserin dieser Charaktere isteben diejenige, welche uns die Lehren der Freundschaft geliefert hat.Zins diesen werden schon vicle ihre Art zu denken kennen. i?s ist zwarwas neues ein Frauenzimmer unter den Sittenlchrcrn zu sehen; alleindie Frau von P ° ° ° hatte uns noch eine ganz andere Neuigkeit vor-behalten; diese ncmlich, sie unter den starken Geistern zu finden. IhreReligion ist eine Aufgabe, die man, wcnn man sie aus dicscn Charak-tcrcn auflösen wollte, nur noch verwirrter machen würde. Tie Höf-lichkeit gegen das Frauenzimmer erlaubt uus nicht, den Knoten zuzerhauen und zu sagen, sie habe gar keine. Toch wer weiß ob sie sichso gar sehr dadurch beleidiget finden würde, wcnn man nur dazu setzteallein sie hat Witz, dieses wird sie vielleicht eben so schadlos hal-ten, als die meisten ihres Geschlechts auch der empfindlichsten Tadelwegen schadlos gehalten zu seyn glauben, wenn man nur am Ende