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Zweites Kapitel: Der Unterhalt der Heere
von 1698—1822 um 33183171 <£. Wie weit an dieser Steige-rung der ungünstige Wechselkurs, wie weit an diesem dieZahlung der Subsidiengelder schuld ist, verdiente wohl einmalgründlich untersucht zu werden.
4. Daß das Hereinströmen großer Geldbeträge in ein Land,namentlich in der Form der Kriegsentschädigungen,belebend auf den Gang der kapitalistischen Entwicklung ein-wirken kann, ist eine zu bekannte Tatsache, als daß sie-einer besonderen Begründung bedürfte. „Milliardensegen“ —„Gründerzeit“ sind in allen Jahrhunderten zusammengehörigeErscheinungen gewesen.
II. Die Grundsätze der Heeresausrüstung
Die Unterhaltung eines Heeres, wenn eine höhere In-stanz für sie sorgt, vollzieht sich immer in zwei Akten:Mittel werden aufgebracht, und diese Mittel werden ver-wandt. Der Staat (die Stadt oder in wessen Dienst sonstdas Heer steht) dient als das Zwischenglied, das zwei Enden,das bedürfende Heer und den wirklichen Erhalter des Heeres,miteinander verknüpft. Wie die Mittel, über die der Staatverfügt, mit denen er das Heer unterhält, nun angewandt werden,entscheidet über die Art und die Größe der Wirkungen, die dieUnterhaltung einer Streitmacht in Krieg oder Frieden auf da&Wirtschaftsleben eines Landes ausübt. Damit wir aber die tat-sächliche, das heißt historische Gestaltung der Mittelverwendungin den europäischen Staaten des 16.—18. Jahrhunderts klarund deutlich zu erkennen vermögen, müssen wir uns vorherdie verschiedenen Möglichkeiten einer solchen Mittel-verwendung vergegenwärtigen. Die Mittelverwendung istgleichbedeutend mit der Ausrüstung der Heere: indem derStaat seine disponiblen Mittel ihrer Zweckbestimmung gemäßverwendet, rüstet er das Heer aus. Worüber wir uns alsoKlarheit verschaffen müssen, ist die Art und Weise, wie dio