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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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II. Die Grundsätze der Heeresausriistung

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Heeresausrüstung erfolgen kann, nachdem wir vorher fest-gestellt haben, was unter Heeresausrüstung zu verstehen sei.

Die Organisation der Heeresausrüstung bildeteinen Teil der Heeresverwaltung. Sie stellt sich zur Aufgabe,das Heer mit allen für seine Existenz und sein richtigesFunktionieren notwendigen Sachgütern zu versorgen. DieseSachgüter sind: 1. die Waffen; 2. die Beförderungsmittel,also namentlich Pferde und Wagen; 3. die Unterhaltsmittel,also die Nahrung, die Kleidung und die Wohnung. Je nach-dem es sich um die Beschaffung dieser oder jener Kategorievon Sachgütern handelt, erwächst das Problem derBewaffnung,

Berittenmachung (Beförderung),

Beköstigung,

Bekleidung,

Behausung

des Heeres.

Diese Probleme können nun nach sehr verschiedenen Grund-sätzen gelöst werden. Die Organisation der Heeresausrüstunggestaltet sich zunächst verschieden je nach der Instanz,der die Ausrüstung obliegt. Danach nämlich wird dieAusrüstung auf dem Prinzip der Dezentralisation oder derZentralisation beruhen. Im Falle der Dezentralisation bringtjeder Krieger selber mit, was er an Sachgütern braucht:seine Waffen, sein Pferd, seinen Unterhalt. Zentralisiert hin-gegen ist die Ausrüstung, wenn die jeweilige Zentrale, deroberste Kriegsherr sagen wir heute, die Ausrüstung über-nimmt: wenn also der Staat die Waffen und die Beförderungs-mittel liefert, wenn der Staat für den Unterhalt aller Kriegersorgt. Dies kann er grundsätzlich wiederum auf zwei ver-schiedene Weisen tun: er kann entweder durch seine eigenenOrgane, seineBeamten, diese Fürsorge treffen. Wir sprechendann: der Staat (die Stadt usw.) übernimmt die Ausrüstung

des Heeresin eigener Regie. Oder der Staat kann Mittels-

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