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Drittes Kapitel: Die Bewaffnung der Heere
steigert das Interesse am Kupferbergbau. Dieser wirdvon den Kaufleuten und anderen reichen Leuten ins Augegefaßt als ein sehr geeignetes Objekt zur Kapitalanlage. DieFolge ist, daß in immer weiterem Umfange der Kupferberghauin die Bahnen der kapitalistischen Entwicklung hineingezogenwird. Alle reichen oberdeutschen Häuser: die Paumgartner,die Welser, die Höchstetter, die Gossembrot, die Herwart, dieRem, die Haug und natürlich vor allem die Fugger habenihr Geld im deutschen, tiroler oder ungarischen (Silber- und)Kupferbergbau stecken; während wir im ungarischen Kupfer-bergbau auch Krakauer Geldgeber als Unternehmer beteiligtfinden 187 . Der Kupferhandel wird in immer häufigeren Fällenzum Verlag: den Übergang bildet in der Regel die Ver-pfändung des Bergwerks abseiten des Regalherren.
Im 17. Jahrhundert sind es auch westdeutsche Firmen,die mit ihrem Gelde den Kupferbergbau befruchten: so istJohann von Brodeek aus Frankfurt a. M. mit 163000 fl. anden Kupferhütten in Ilmenau sowie an dem MansfelderKupferbergbau beteiligt 188 .
Daß aber der Kupferbergbau (den ich hier immer in demweiteren Sinne von Bergbau und Hüttenwesen fasse) im16. Jahrhundert allenthalben in Europa seine entscheidendeWendung in der Richtung kapitalistischer (und großbetrieb-licher) Entwicklung vollzieht, lehren uns alle Berichte.
Am deutlichsten können wir den Aufschwung am ungarischen Kupfer-bergbau während des 16. Jahrhunderts verfolgen. Dieser war Endedes 15. Jahrhunderts ins Stocken geraten, weil die handwerksmäßigarbeitenden Gewerken (wie das so oft in jener Zeit der Fall war) derGruhenwasser nicht Herr werden konnten. Da bildete sich eine Gewerk-schaft aus reichen Krakauer Bürgern mit Hans Thurzo an der Spitze zumZwecke der Ableitung der Gewässer. Diese Gewerkschaft schloß mitden „Richtern, Rathmannen und Gemeinde“ der sieben ungarischenBergstädte am 24. April 1475 einen Vertrag, wonach sie sich verpflichtete,das Wasser aus den Sohlen zu entfernen, und als Entgelt erhielt: fürjedes mit Erfolg arbeitende Gapel oder Kehrrad einen Wochenlohn von1 ungarischen Goldgulden und — ein Sechstel des geförderten Erzes.