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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
Entstehung
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IV. Die Deckung des wachsenden Waffenbedarfs

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Bald betrieben diese reichenVerleger, denen sich dann bekanntlichdie Fugger zugesellten, den Bergbau selbst, legten Hütten- und Hammer-werke an und erzielten eine große Ausbeute:

14951504 wurden gewonnen:

190 000 Ztr. Kupfer,

1338 Messing,

54 774 Mark Silber ,

was eine Dividende von 119 500 fl. je auf Tburzos und Fuggers Anteilergab. Die Fugger wurden schließlich die alleinigen Inhaber und er-zielten in den Jahren 15251539 einen Reingewinn aus dem ungarischenBergbau von 1297192 rheinischen Gulden (also einen Metallwert vonetwa 9 Mill. Mark heut. Währung) 189 .

Das Streben der großen Militärmächte, sich in der Be-schaffung ihres gesamten Kriegsmaterials vom Auslandeunabhängig zu machen, führt denn auch hier zur Entstehungnationaler Industrien. In E n g 1 a n d ist es wieder der Soldaten-könig Heinrich VIII. , der die Entwicklung des Kupferbergbausbetreibt. Er ruft, um seine Pläne rascher zu verwirklichen,deutsche Kapitalisten ins Land. 1564 bildete sich unter derFührung der Firma David Haug, Hans Langnauer und Mit-verwandte und unter wesentlicher Beteiligung der höchstenenglischen Staatsmänner und Beamten eine große Gewerk-schaft zur Auffindung und zum Betriebe von Bergwerken inEngland . Zunächst wurden Kupferbergwerke zu Keswickund Bleibergwerke zu Kolbeck (die dem Schiffsbau dienensollten!) in Betrieb genommen 190 .

In Frankreich legt Colbert zahlreiche Kupferhüttenund Schmelzen an 191 .

Eine ähnliche Wirkung wie auf Kupferhandel und Kupfer-produktion scheint die steigende Nachfrage nach bronzenenGeschützen auf die Zinnindustrie und den Zinnhandelausgeübt zu haben. Wenigstens beobachten wir in demwichtigen Zinnbergbau Englands eine wesentliche Ausweitungder Produktion im 16. Jahrhundert: die Menge des erzeugtenZinnes, die vom 13. bis zum 15. Jahrhundert zwischen 800und 1000 Zinntonnen (zu 1200 engl. Pfund) geschwankt hatte,