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Drittes Kapitel: Die Bewaffnung der Heere
steigt im 16. Jahrhundert bis auf 1600 und 1700 Tonnen.In diese Zeit fällt wohl auch der Übergang zur kapitalistischen Organisation der Bergwerke 192 .
Daß aber endlich der Militarismus auch hei der Gehurtder kapitalistischen Eisenindustrie Pate gestandenhat, läßt sich auf verschiedene Weisen wahrscheinlich machen.
Zunächst durch einfache rechnerische Gegenüberstellungdes Eisenbedarfs für Waffen und Munition und der Mengedes überhaupt erzeugten Eisens. Ich habe oben einige Ziffernmitgeteilt, aus denen der Bestand an Schiffskanonen inFrankreich und England am Ende des 17. Jahrhunderts er-sichtlich wird. Frankreich hat 1683 auf seinen Kriegsschiffen5619 eiserne Kanonen, England um dieselbe Zeit ungefähr8396 Kanonen insgesamt; also (nach dem Verhältnis derfranzösischen Geschütze berechnet) vielleicht 6—7000 eiserne.Die Gesamtzahl der eisernen Geschütze in beiden Ländern(also die Feld- und Festungsgeschütze einbegriffen) wird nichtzu hoch mit je 8000 angenommen sein. Das Gewicht einesGeschützes dürfen wir mit durchschnittlich IVa t ansetzen.Das ergeben Gewichtsangaben bei Bestellungen ebenso wieSchätzungen von Zeitgenossen, wie etwa die des BischofsWilkins vom Jahre 1648, die Beck in seiner Geschichte desEisens (II, 1273) mitteilt. Also würde das Gesamtgewichtder Kanonen Englands und Frankreichs um jene Zeit etwaje 12 000 t betragen haben. Dazu kommen die Kugeln.Rechnen wir 50 Schuß auf jede Kanone (so viel hatte dieArmada an Bord), so gäbe das für jedes Land einen Bestandvon 400000 Kugeln, jede Kugel nur mit 5 kg angenommen,ergäbe das abermals 2000 t Gewicht. Die Artillerie jedesLandes wöge also etwa 14000 t. Wieviel Eisen wurde nunin jener Zeit überhaupt erzeugt? Soviel ich weiß, besitzenwir für das 17. Jahrhundert keine Gesamtziffer der Eisen-produktion (denn die Dudleysehen Schätzungen für Eng-land sind meines Erachtens tendenziös und phantastisch,