IV. Die Deckung des wachsenden Waffenbedarfs
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seinem propagandistischem Zwecke entsprechend), es sei denndie von Beck für 44 schwedische Hochöfen im Jahre 1687angegebene Menge von 37 000 Ztr., also 1850 t. Einiger-maßen zuverlässige Ziffern treffen wir erst gegen die Mittedes 18. Jahrhunderts. Damals soll die Gesamtproduktionder englischen Eisenindustrie in 59 Hochöfen 17 350 t be-tragen haben 193 . Allerdings hatte damals England eineMehr ein fuhr von Eisen in Höhe von etwa 20000 t. Immer-hin: stellt man das Gewicht der Artillerie schon am Endedes 17. Jahrhunderts (das wir Mitte des 18. Jahrhundertssicher um 50 °/o, also auf 21000 t, gestiegen annehmen dürfen)den Gesamtproduktionsziffern für Eisen gegenüber, und magman sich auch die Kanonen- und Kugelerzeugung über eineAnzahl von Jahren verteilt denken: daß die Armee ein über-ragend großer Konsument von Eisen war, lassen die Zahlennicht mehr bezweifeln; ja wohl mehr: daß sie der bei weitemgrößte, daß sie (indem wir den Bedarf der Kriegsschiffe anEisen als Heeresbedarf rechnen) der einzige wirkliche Massen-konsument von Eisen in jenen Tagen war, in denen sieh dasSchicksal der Eisenindustrie entschied, weil es die Zeit war,in der sie die ersten Schritte auf dem Wege zum Kapitalismusmachte.
Daß diese Rechnungen den tatsächlichen Verhältnissensehr nahekommen, macht eine Ziffer wahrscheinlich, die wiraus einer etwas späteren Zeit für den Umfang des Geschütz-bedarfs in England besitzen, aus der wir aber, denke ich,rüekschließen dürfen, daß meine Annahmen für das 17. undfrühe 18. Jahrhundert richtig sind. Um 1795 betrug derjährliche Bedarf an Artillerie-Eisenguß 194 :
für Großbritannien . ... 11000 t
„ Indien. 5 600 t
„ fremde Länder . . . 10000 t
Zusammen etwa: 26000 t.