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Drittes Kapitel: 'Die Bewaffnung der Heere
Erwerbszweig. Die Güte des Produkts erwarb den eisernenGeschützen von Finspäng den Weltmarkt und trug viel dazubei, den Ruhm des schwedischen Eisens zu erhöhen“ 198 .
Um die Mitte des 18. Jahrhunderts gilt die schwedischeEisenindustrie noch immer als die erste der Welt, die beträcht-liche Mengen Roheisen und Eisenfabrikate ausführte 199 . EiserneGeschütze bildeten einen wichtigen Ausfuhrartikel Schwedens .Die Hochöfen, die teilweise auf hoher Stufe kapitalistischerEntwicklung standen (sie waren hie und da mit englischemoder holländischem Kapital errichtet, wie uns Jars berichtet),waren ursprünglich nur auf Gießerei eingerichtet, und derGeschützguß stand jedem anderen Guß vor. Der Staat legtesolchen Wert darauf, daß er den Hochofenbesitzern seit 1740verbot, neben der Kanonengießerei Frischereibetrieb zu führen,damit ihr ganzes Interesse auf den Geschützguß gerichtetbliebe. Dadurch bildeten sich eine ganz feststehende Routineund ganz bestimmte Erzgattierungen aus, wodurch denn auchein vorzügliches Produkt erzielt wurde 200 .
In Frankreich entwickelt sich eine moderne Eisen-industrie nicht vor dem 17. Jahrhundert: die ersten Hochöfenwerden (um 1600) eigens für Geschütz- und Munitionsgußgebaut 201 . Dann gibt Colbert auch der Eisenindustrie dengroßen Anstoß, wesentlich aus militärischen Interessen heraus,wie wir schon wiederholt feststellen konnten: er gründet alleinin der Dauphinö elf Eisenhütten und neun Stahlhämmer 202 ,„. . . il a fait l’ötablissement des forges et fourneaux pourfondre les canons de fer, ce qui ne s’ötait point encorevu dans le royaume“ 20a .
Besonders deutlich tritt bei der Entstehung der Eisen-industrie in England und Schottland der Zusammenhangzwischen Militarismus und Kapitalismus zutage. Der Haupt-sitz der englischen Eisenindustrie im 16. und 17. Jahr-hundert ist Sussex, wo schon unter Elisabeth große Vermögen