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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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Viertes Kapitel: Die Beköstigung der Heere

Den Holländern kostet der Unterhalt ihrer Flotte imJahre 1672 für 7 Monate 6972 768 fl. 285 .

Sehr detaillierte Aufstellungen für die Proviantierungeines Schiffes oder einer Flotte um die Mitte des 18. Jahr-hunderts findet man hei De Chennevihres in seinen Dötailsmilitaires I (1750), 238 seg.

Man wird nun vielleicht meinen, das Schiffsverprovian-tierungsproblem sei gar kein spezifisch militärisches, da jaauch jedes Handelsschiff mit Mund Vorrat für die Mannschaftversehen werden muß. Ja aber die Größe der Provian-tierungen waren ganz andere bei den Kriegsschiffen, und erstdiese Ausweitung des Versorgungsspielraumesenthielt das Problematische.

Man muß sich stets vor Augen halten, wie geringfügigdie Besatzungen der Kauffahrteischiffe im Vergleich zu denender Kriegsschiffe war. Im Mittelalter schon waren auf deuKriegsschiffen große Menschenmassen zusammengepfercht: dieGaleeren waren die Kriegsschiffe der italienischen See-mächte, und Galeeren waren Ruder schiffe und schon des-wegen sehr viel stärker bemannt als gleich große Segelschiffe.Schon im 18. Jahrhundert t haben die Galeeren der RepublikGenua 140 Ruderer 286 . Im Jahre 1285 kommen 184 Mannauf ein Fahrzeug. Ein gleich großes Handelsschiff hatte viel-leicht kaum 20 Mann an Bord. Selbst wenn die Kauffahrtei-Segelsehiffe mit Kriegern zu ihrem Schutze ausgerüstet waren,wiesen sie im 12. und 13. Jahrhundert nur folgende Besatzungenauf: 25, 50, 32, 85, 60, 55, 50, 45. Die Sache änderte sichsofort wieder, wenn die Handelsschiffe, mit oder ohne Ladungfahrend, hauptsächlich auf den Krieg oder die Kaperei ge-rüstet waren; dann wurden sie unverhältnismäßig viel stärkerbemannt; sie hießen dannarmiert, navis armata, und hattendann folgende Besatzungen: zwei Schiffe haben 1234 600 Mann,ein pisanisches Schiff hat 1125 400 Mann, ein anderes Schiff