Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
196
Einzelbild herunterladen
 

lW TaS Neueste aus dcm Reiche des Witzes.

unnöthigc Einleitung beleidigen. Zwar könnten wir ihr durch eineMenge ästhetischer an einander Hangender Grillen, fein dunkel, aberdoch nach der Mode, ein zureichendes Ansehen der Gründlichkeit geben,allein was würde es helfen? Tic genaueste Erklärung des WitzcS mußeinem, der keinen hat, eben so unbegreiflich seyn, als einem Blin-den die hinlänglichste Erklärung der Farben ist. Glaubt dieser, daßdie verschiedene Brechung der Sonnenstrahlen ohngcfehr etwas sey,welches dcm Schalle vcrschicdncr Instrumente gleich komme, so wird je-ner gewiß glauben, daß diese Fertigkeit die Uebereinstimmungen derDinge gewahr zu weiden, ein Theil der Rechenkunst seyn müsse. Ister furchtsam, so stellt er sich wohl gar ein Stücke von der Algebradarunter vor. Genug wenn man weiß, daß die schonen Wissenschaf-ten und freyen Künste das Reich des Witzes ausmachen.

Diese sind es, welche der menschlichen Gesellschaft Annehmlichkeitenmittheilen, ohne die sie nichts, als die unerträglichste Sklaverey, seynwürde. Sie machen den Menschen empfindlich und entkleiden ihn vonder Rauigkcit, welche ihm die weiseste Natur mit Bedacht gab, damiter sich selbst durch ihre mühsame Ablcguug einen Theil seines Vorzu-ges für unedlere Thiere zu dankeu haben möge. Zeigen die ernsthaf-ten Wissenschaften, welche man im engern Verstände die Gelehrsamkeitnennet, von nichts als von dem Elende und Verderben der Menschen,von der Mühseligkeit ihres Lebens, diese bcweincnSwürdigcn Stützender Gesellschaft, so sind es allein die schönen Wissenschaften, welchedurch bezaubernde Rcitzc die ursprüngliche Empfindung der Freyheit inuns ersticken, und unsre schimpflichen Ketten mit Blumenkränzen um-winden. Die Höflichkeit, das einnehmende Betragen, der zärtlicheGeschmack, alle untrügliche Kennzeichen gesitteter Völker, sind ihreFrüchte. Sie sind die Erfinderinnen von tausend Bequemlichkeiten,Ergötzungcn, und eingebildeten Nothwendigkeiten, durch welche einzigkluge Monarchen ihre Throne unerschüttert zu erhalten wissen. - - -Auch die Tugend wird durch sie menschlicher, und die grossen Thaten,welche bey Barbaren fest eingeprägte Vorurthcile oder ihre uugczähmtcWildheit zum Grunde haben, fließen bey gesitteten Völkern aus vielreinern Quellen.

Aller dieser prächtigen Lobsprüche vhngeachtct wollen wir dem Le-ser einen Mann bekannt machen, welcher die Wissenschaften überhaupt,und besonders die schönen Wissenschaften nebst den freyen Künsten auf