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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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Viertes Kapitel: Die Beköstigung der Heere

Der Einfluß, den die Verpflegung der Heere innerhalbder Sphäre der gewerblichen Produktion ausübt, istbegreiflicherweise geringer. Vorhanden ist er auch hier: in derSphäre der Bäckerei sind die ersten Großbetriebe die Militär-br o tbäckereien 292 , die in einem Lande wie Preußen, dessen Gewerbe im wesentlichen noch im handwerksmäßigenRahmen betrieben wurden, eine stark revolutionierende Wirkunghaben mußten.

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Anhang: Ganz ähnlich wie die Lieferung der Nahrungs-mittel für die Heere war auch die Lieferung der Pferdeorganisiert: sie lag in den Händen reicher, meist jüdischerHändler und bildete ebenfalls eine Quelle rascher Bereiche-rung, wie uns gelegentlich berichtet wird. Das Material,das uns genaueren Aufschluß über das Remontewesen gebenkönnte, ruht noch in den Archiven. Was bisher an wissen-schaftlicher Behandlung dem Gegenstände zuteil geworden ist,erschöpft das Problem keineswegs. Die ausführlichste Dar-stellung hat der Gegenstand erfahren in dem Buche vonE. 0. Mentzel, Die Remontierung der preußischen Armeein ihrer historischen Entwicklung und jetzigen Gestaltung.2 Teile, 184571. Einige gelegentliche Bemerkungen findensich hie und da zerstreut. Recht brauchbare z. B. in demschon öfters genannten Buche Gius. Pratos über die Kostendes spanischen Erbfolgekrieges für Piemont. Dort wird unsz. B. berichtet, daß nach der Schlacht von Turin 2024 Pferdebei der Kavallerie in Abgang gekommen sind; daß jedes imAuslande gekaufte Pferd durchschnittlich 18 Louisdor, jedesim Inlande gekaufte 100150 j£ kostete. Wir erfahren auch,daß die Lieferungen im großen abgeschlossen wurden: z. B.im Jahre 1704 mit dem Bankhause Lullin & Nicolas überBeschaffung von 1300 Pferden 293 .