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Fünftes Kapitel: Die Bekleidung der Heere
Bekleidung eines Heeres heißt zunächst: daß nun so vielNachfrage nach Kleidern und Kleiderstoffen auf dem Markteentstanden ist, da wir von der Möglichkeit einer Herstellungder bedurften Gegenstände im Rahmen der Eigenproduktionabsehen können: diese war nicht mehr und noch nicht beliebt.Während all der Jahrhunderte, die wir als die entscheidendenfür die Herausbildung einer neuen Wirtschaftsordnungbetrachten, wurden die Monturen für die Soldaten auf demMarkte gekauft.
Wie groß die Nachfrage war, die also durch den Kleider-bedarf eines modernen Heeres entstand, kann sich jeder leichtausrechnen, wenn er die Ziffern, die ich über die Stärke derArmeen oben mitgeteilt habe, multipliziert mit den MengenStoff, Zutaten usw., die der einzelne Krieger nötig hatte, undwenn er, was die Kleider, Mäntel, Hüte, Stiefeln usw. usw.anbetrifft, die Zahl der Personen als die Zahl der hiervonbedurften Stücke ansieht.
Was zu der Montur eines Soldaten im 17. und 18. Jahr-hundert gehörte, ersieht man aus folgenden Zusammen-stellungen :
Verzeichnis, wz uf 193 Soldaten zur Kleidungvonnöthen,
965 ein lundisch (= Londoner) Thuch zue Hosen Cosiakenundt Strümpfen jedem 5 ein,
965 ein Futtertuch jedem 5 ein,
2316 ein weiße, schwarze, rohe undt steife Leinwanth jedem12 ein,
1158 duzet Schleufen, jedem 6 duzet uf Hosen und Cosiaken,193 lot Seide jedem 1 loth,
579 duz. eisen Knopf, jedem 5 duz.,
50 ein schlechten 4. Drath die Cosiaken zustaffiren,
193 Hüte 881 .