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3 (1838)
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200 Das Neueste aus dem Reiche des Witzes.

nein Flötenspieler Preis gegeben? Auf, ihr Römer! reißet eure Schau-platze ungesäumt nieder; zerschmettert diese Marmor; verbrennet dieseBilder; verjaget diese Sklaven, welche euch unter dem Joche halten,und deren unselige Künste euch verderben! Laßt fremde Hände durcheitle Geschicklichkeitcn berühmt werden; die einzige den Römern an-ständige Geschicklichkcit ist die Welt zu überwinden, und die Tugenddaselbst herrschen zu lassen. Als CiucaS unsern Rath für eine Ver-sammlung von Königen hielt, so ward er weder von citeler Pompnoch von ausgesuchter Zierlichkeit verblendet. Er hörte nichts daselbstvon der kindischen Beredsamkeit, nichts von den leeren Künsten die-scr nichtigen Leute. Was schien denn nun also dem Cineas so ma-jestätisch? O ihr Bürger! Ein Anblick rührte ihn, welchen euch nim-mermchr weder eure Reichthümer noch eure Künste verschaffen wer-den; der schönste Anblick, welcher jemals unter der Sonne gewesenist; die Versammlung von zweyhuudcrt tugendhaften Männern, welchealle in Rom zu befehlen und die Welt zn beherrschen verdienten - - -Seht, fährt der Verfasser fort, so sind allezeit Verschwendung undungczähmtc Sitten die Strafe der hochmüthigcn Bemühungen, uns derglücklichen Unwissenheit, in welche uns die ewige Weisheit versetzthatte, zu entreißen, gewesen. Sie hatte uns zn nichts weniger, alszu citcln Untersuchungen, bestimmt. Lernt einmal, Sterbliche, daß dieNatur alle Wissenschaften für uns versteckt hat; so wie eine sorgfältigeMutter aus den Händen ihres KindeS ein gefährliches Gewehr win-det. Die Menschen sind verderbt; sie würden noch weit verderbterseyn, wann sie das Unglück gehabt hätten, gelehrt gcbohrcn zuwerden.

Er kömmt hierauf zu dem zweiten Theile, und zeigt, daß dieKünste und Wissenschaften unsre Laster zur Quelle habe»; er zeigt,daß sie uuS ohne die Laster und Verschwendung nichts nutzen würden,und daß mit der Bemühung, die einige Wahrheit zn erkennen, einetausendfache Gefahr in Jrthümer zu fallen, verbunden sey. Er bewei-set ferner, daß ihre Wirkungen noch weit verderblicher sind. Hierunterrechnet er den Verlust der Zeit. Nichts Gutes thun, sagt er, heißtBöseS thun. Ihr nnn, ihr stolzen Weltwcisen, die ihr uns die Ge-heimnisse des Himmels verrathen, und die Wunder der Nalnr aufge-deckt habt, antwortet; wann ihr uuS alles das nicht gelehrt hättet,würden wir weniger zahlreich, weniger wohlrcgicrct, weniger furche