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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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Fünftes Kapitel: Die Bekleidung der Heere

größere Lieferungen handelt) mit dem ganzen Gewerk derTuchmacher oder mit einem größeren Tuchhändler zu akbor-dieren. Aber das reiche hier hei den Lieferungen für dierussische Armee nicht aus; weder das Gewerk noch derTuchhändler könnten für rechte Einrichtung und Ordnungsorgen, das Walken, Zubereiten und Färben kontrollieren; beider Schau lasse man die meisten Farben passieren, die be-treffenden Schauer seien zu unwissend, sie nur zu entdecken;man bekomme die Tücher zusammen, von denen die einen los,die anderen dicht, einige dünner, andere dicker, einige breit,andere schmäler, einige von Farbe ganz tot, andere vonCouleur nicht recht gefärbt seien. Er schildert dann, welcheVorteile die Produktion imLagerhause 854 , das heißt alsoeine manufaktur- oder fabrikmäßige Organisation der Arbeit,biete:In dem Lagerhaus ist auf alle Arbeit oder auch jedesHandwerk, so zur Verfertigung eines Tuches gehöret, einebesondere Einrichtung gemachet, wodurch alle obgedachteHauptfauten vermieden werden ... (es ist) doch gewiß, daßin dem Lagerhauße, woselbst das Jahr über so viele taußendStücke an Tücher und Kirsey gemachet werden, nur wenigeFauten passiren . . .

Die großen Militärlieferungen drängten also zunächst zueiner Unterwerfung des Handwerkers unter die Kommando-gewalt des Kaufmanns, der Einheitlichkeit und Ordnung, Prä-zision und Schematismus, soviel es geht, in den handwerks-mäßigen Produzenten zu bringen sucht. Die hausindustrielleBetriebsform erweist sich aber auch noch nicht als geeignet,die Arbeit hinlänglich zu mechanisieren. Die Organisationwird weiter vervollkommnet bis zum Großbetriebe, in demdann nun die Seele des kapitalistischen Unternehmers erstvöllig frei schalten und walten kann, und in dem sie erst dieWare herzustellen vermag, die den neuen Ansprüchen ihresKonsumenten entspricht.

Die Russische Kompagnie in Berlin zog diese Konsequenzen