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Sechstes Kapitel: Der Schiffbau
Ende des 18. Jahrhunderts hatte das normale holländische Kauf-fahrerschiff eine Tragfähigkeit von 180—190 Lasten; es maß 115' auf demKiel, 120' vom Vorder- zum Hintersteven bei einer Breite von 34' 377 .
Zum Inventarium der aus der Guinäischen Handelsgesellschaft, derOstseeischen Handelsgesellschaft und der Grönländischen Handelsgesell-schaft 1781 gebildeten Kgl. Dänischen, Ostseeischen und GuinäischenHandelsgesellschaft 378 gehörten 37 Schifte; davon hatten Tragfähig-keit in Commercelasten (ä 2600kg):
50— 60 Lasten 10 Schiffe,
61—100 „ 2
101—150 „ 21
151—162V2 Lasten 4 „
37 Schiffe.
Stellen wir nun diesen Ziffern die ihnen entsprechendenfür die Kriegsmarine gegenüber, so bemerken wir sehr bald,daß die Kriegsschiffe ganz beträchtlich viel größer sind alsdie Handelsschiffe, daß insbesondere auch die großen Typenviel häufiger sich unter jenen als unter diesen finden.
Schon im 15. Jahrhundert kommen englische Kriegs-schiffe (of the Tower) von 1000 t vor: in der Liste, dieOppenheim für die Zeit Heinrichs VII. zusammenstellt, er-scheinen 9 Schiffe von 500—1000 t.
Das Verzeichnis der Schiffe der Royal Navy vom 5. Jänner1548 (1. Edw. VI) weist folgende Größen auf:
6 Schiffe von 500—1000 t
11 „ 800—450 t
12 „ „ 100—250 t
24 „ unter 100 t.
Ganz besonders handgreiflich ist der Größenunterschiedzwischen den Kriegsschiffen und den Handelsschiffen, wennwir die Schiffe mustern, die die englische Flotte im Jahre1588 bildeten 379 . Diese, dieselbe, die die Felicisima Armadabesiegte, bestand aus 34 Kriegsschiffen und 163 Kauffahrern.
Die 34 Kriegsschiffe wiesen folgende Typen auf: