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Sechstes Kapitel: Der Schiffbau
VI. Die Beschaffung der Schiffbaumaterialien
Abermals mußte die Entwicklung der Kriegsmarine, fürdie immer mehr und immer größere Schiffe immer raschergebaut wurden, dadurch revolutionierend auf das Wirtschafts-leben einwirken, daß sie einen wachsenden Bedarf an Sehiff-baumaterialien schuf, der meist rasch gedeckt werden sollteund der durch die Vergrößerung der Schiffstypen und dieVereinheitlichung der Organisation des Schiffbaues, besser:durch seine Konzentration in wenigen Großbetrieben selbstwieder ein mehr und mehr einheitlicher Massenbedarf werdenmußte.
Natürlich gibt es wieder keine Methode, nach der mandie Zusammenhänge zwischen der Ausdehnung des (Kriegs-)Schiffbaues und der Entwicklung derjenigen Zweige desWirtschaftslebens, denen die Herbeischaffung der Schiffbau-materialien obliegt, direkt und allgemein aufdecken könnte.Wir können den Einfluß, den jener auf diese ausgeübt hat,nur glaubhaft machen dadurch, daß wir zunächst die Bedarfs-mengen zu ermitteln trachten, die sich bei der fortschreitendenAusweitung des Schiffbaues ergaben.
Diese Bedarfsmengen lassen sich zunächst durch die Kostenausdrücken, die die Herstellung der Kriegsschiffe verursachte*Jeder solcher Betrag, soweit er nicht für Arbeitslöhne aufden Werften ausgegeben wurde, bedeutete eine Nachfrage nachSchiffbaumaterialien.
Ein englisches Kriegsschiff mittlerer Größe kostete im16. Jahrhundert 3000—4000 SS, unter Jakob I. 7000—8000 SS,unter Karl I. 10000—12000 SS, im Anfang des 18. Jahr-hunderts 15000—20000 SS, wie folgende Angaben erweisen:
„The Triumph“ (16. Jahrh) kostet 3788
Happy Entranceand
Constant Reformation
je 8850