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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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V. Die Organisation des Schiffbaues

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bau erfährt, ist eine unmittelbare und liegt zutage. Aberauch wenn und soweit der Betrieb auf den königlichen Werftenein reiner Staatsbetrieb war, gewinnt er doch Bedeutung fürdie Entwicklung des Kapitalismus im Schiffbaugewerbe. Vorallem dadurch, daß er vorbildlich wird für die Durchbrechungder handwerkerlichen Schranken des früheren Schiffbaues.

Dann aber wird der private Schiffbau auch direkt durchdie rasche Ausdehnung des Kriegschiffbaues in seiner Organi-sation beeinflußt, wird also in der Richtung der Entwicklungzu Kapitalismus und Großbetrieb vorwärts getrieben. Zu-weilen, wenn sich die Bestellungen des Staates bei seineneigenen Werften häufen, wie z. B. in England zur Zeit derRepublik , als in elf Jahren 207 Schiffe vom Stapel laufensollten, erhalten die Privatwerften einen Teil der Aufträgeüberwiesen, die die Staatswerften nicht auszuführen ver-mögen 400 . Hier wird also der private Schiffbau durch Liefe-rungen von Kriegsschiffen zur Ausdehnung angehalten.

Wo es sich um den Bau von Handelsschiffen handelt,greift wohl der Staat in der Weise ein, daß er aus seinenArsenalen den privaten Schiffbauern zu günstigen BedingungenMaterialien liefern läßt, um sie zur Tätigkeit anzuspornen.So verfuhr Colbert: er hielt immer reichliche Vorräte in denköniglichen Magazinen, auch:pour en fournir aux marchandset pour les exciter par ä bätir et ä augmenter la naviga-tion et le commerce 401 .

Die ganze Bedeutung, die der Kriegsschiffbau für dieHerausbildung des Kapitalismus hat, vermögen wir aber erstzu ermessen, wenn wir der Wirkungen uns bewußt werden,die er auf zahlreiche andere Industrien und auf zahlreicheHandelszweige ausübt, die sämtlich von ihm abhängig sind,weil sie ihm die nötigen Materialien zuführen. Über dieseZusammenhänge wollen wir uns im nächsten Abschnitt Klar-heit zu verschaffen suchen.