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Sechstes Kapitel: Der Schiffbau
in Deptford auf 5 Schiffen 228 Mann„ Woolwich „8 „ 175 „
Ganz ähnlich wie in England ist der Kriegssehiffbau inFrankreich organisiert. Auch hier standen die Werften oderdie einzelnen Schiffbauten unter der Leitung von Schiff-baumeistern, die in Frankreich „constructeurs“ heißen. Siescheinen ebenfalls den Bau in Entreprise genommen zu haben,worauf Wendungen wie diese schließen lassen 898 : „il esttout ä faire nöcessaire d’occuper les mattres (das sind ebendie Entrepreneurs), qui bätissent, qui n’ayant pas de quoitravailler, iront chercher ä s’occuper dans les pays ötran-gers ... et puis que vous avez la place, le bois et les ouv-riers, il semhle qu’on ne les doive pas laisser inutiles“: dieseletzten Worte vertragen sich allerdings auch mit einem Bauenauf eigene Rechnung. Dann aber heißt es an derselben Stelleweiter: geben wir ein Schiff in Toulon, eins in Brest in Auf-trag, um die ,Entrepreneurs 4 zum Wettbewerb aufzumuntern:„pour exciter, par Emulation, les entrepreneurs ä bien faire“.
Jedenfalls bieten auch in Frankreich die staatlichenWerften im 17. Jahrhundert ein Bild großartiger Betriebs-organisation dar. Richelieu hatte Staatswerften in Brouage,Le Havre, Brest errichten lassen. Von Brest berichtet unsein Zeitgenosse, daß dort beschäftigt ist „eine ganze Welt“,„tout un monde“, von Arbeitern, Schmieden, Schlossern,Drehern, Böttchern, Tischlern, Bildhauern, Malern, Blech-schmieden unter dem einheitlichen Kommando der königlichenSchiffbaumeister, „des constructeurs de la Couronne“, CharlesMorien und Laurent Hubac, dem Chef einer glorreichenIngenieurfamilie 8 ".
Wo die Staatsschiffe zum Bau an Privatpersonen gegeneinen Einheitssatz vergeben wurden, war das kapitalistischeOrganisationsprinzip schon zum Durchbruch gekommen: dieFörderung also, die der Kapitalismus durch den Kriegsschiff-