V. Die Organisation des Schiffbaues
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An der Spitze der Werft steht ein Schiffbaumeister, derseit Heinrich VIII. Schiffbaumeister der königlichen Flotte:„Master-Shipwright of the Royal Navy “ heißt: als erster wirdWilliam Bond genannt 394 .
Dieser königliche Schiffbaumeister scheint sich dann imLaufe der Zeit, wie wir dies in England häutiger finden, zueiner Art von privatem Unternehmer auszuwachsen, der denBau auf eigene Rechnung ausführte. Seit 1578, das heißtseit dem Eintritt Hawkyns, beginnt das Building by con-tracts 395 , das (so scheint es: genau sind wir trotz der vielenBearbeitungen, die die Geschichte der englischen Marine er-fahren hat, noch nicht unterrichtet) darin bestand, daß dieKrone dem Schiffbaumeister die Materialien lieferte oderauch sie durch ihn auf ihre Rechnung ankaufen ließ, dieAusführung aber ihm übertrug gegen einen Einheitssatzfür die Tonne, der zum Beispiel unter Jakob I. 7 j£ 10 sund 8 war.
So finden wir folgende Posten in den Rechnungen (z. B. des Jahres1588) 396 :
To Peter Pett, one of Her Majestys sliipwrights ... for piece of
8 loads, six foot of timber-oak for her Maj. ships at Chatham at
20 s per load etc.
To Rieh. Chapman, of Deptford Strand ... for price of two anchors
hy him provided.
To Henry Holesworth, of London , for price of 14 flags usw.
Desgl.: 9 Kompasse.
„ 3 Paar neue ties . . . of white fine hemp.
„ 2 ensigns of silk (von einem Tapezier in London ).
„ 46 Streamers (desgl.) new boat.
„ 102 yards of calico für Flaggen.
„ 127 boults of Mildernex canvass, for the new making of sun-
dry sails.
„ 12 Cables of sundry scantlings.
„ 14 Masts of sundry scantlings (von einem Kaufmann in London) .
Die Werften waren natürlich große Betriebe. Wir er-fahren 397 , daß im 16. Jahrhundert, beim Regierungsantritt derElisabeth, beschäftigt sind:
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