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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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Sechstes Kapitel: Der Schiffbau

anfertigen zu lassen; ebenso: drei gute Ankertaue machen zu lassen,zusammen mit 4 DutzendTheldorun und 200 Ellen Segeltuch für dieAusbesserung der Segel zu besorgen 390 ; 1226 wird der Constable vonPorchester beauftragt, Friar Thomas mit 3 Bootladungen Brennholz zuversehen für des Königs Schiffe; 22Va Mark werden ihm gegeben, umLeinen für die Segel zu kaufen und umceltas für des Königs Schiffezu machen 391 . Er werden also Schiffe für des Königs Dienst und inseinem Aufträge erbaut.

Im 16. Jahrhundert dann, als die Königsflotte sich erstrecht zu entwickeln beginnt, nimmt die Bautätigkeit derKrone rasch einen größeren Umfang an: Seearsenale, indenen die Materialien für den Schiffbau (neben den Waffen)aufgestapelt wurden, werden erbaut in Woolwieh (1512),Deptford (1517), Erith (1513, vorübergehend), während bisdahin nur in Portsmouth ein Arsenal und eine Werft be-standen hatte.

Die englische Krone baute offenbar zunächst ganz ineigener Regie. Wir sehen deutlich die Vorgänge bei der Er-bauung des Henry grace ä Dieu vor uns: dieses Prachtschiffwurde in Portsmouth auf die Hellingen gelegt. Die Arbeiterund Handwerker, die daran arbeiteten, wurden in der Um-gegend angeworben 892 : ein Teil von ihnen geht und kommt,ein anderer Teil wohnt in Portsmouth und wird dort auchbeköstigt. Gelegentlich (aber ausnahmsweise) auch gekleidet:wir erfahren, daß 141 Zimmerleute mit Anzügen versehenwerden. Diese Ziffer gibt uns einen Anhalt, um die Größeder Werft zu ermessen.

Die Ausbesserungen führte der Staat ebenso für eigeneRechnung aus. Ein sehr interessantes Dokument 898 : eineKostenrechnung für das sechste Jahr Heinrichs VIII. vom2. November bis 20. April zeigt uns, wie ein königlicherKommissar die einzelnen Materialien pfundweise von Hand-werkern kauft, wie er dann eine Anzahl Stellmacher usw. inKost und Lohn nimmt, um die Reparatur durch sie bewerk-stelligen zu lassen.