V. Die Organisation des Schiffbaues
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werks zu gemeinsamer Werkverrichtung zusammenschlossen.Auch wenn wir an jene 2—3000 Arbeiter nicht glauben wollen,wenn es auch nur 2—300 gewesen sind, die hier in einemBetriebe zusammengefaßt wurden: immer würden wir (an-gesichts der frühen Zeit!) dem Schiffbau eine epochale Be-deutung in der Geschichte der Arbeit (soweit sie im europä-ischen Mittelalter von vorn anfängt) zuerkennen müssen.
Daß im 16. Jahrhundert die venetianische Werft einensehr großen Betrieb darstellte, wissen wir aus sicherer Quelle:aber es setzt uns doch nicht so maßlos in Erstaunen, alswenn wir an Kieler Dimensionen im 15. und 14. Jahrhundertund noch früher glauben sollen. Den Zustand des Werft-betriebes oder des „Arsenals“ der venetianischen Republikim 16. Jahrhundert schildert uns Andreas Ryff in seinemReisebüchlein 889 wie folgt:
„Seill Scheuren“
„Dass seil hausz oder scheuren im arschenael ist mechtiggrosz, sonderlich aber so lang, dass sich ein Rosz woll mechtmied drin erlauffen, dorin arbeitet vyl volcks, und ist darinnenein merckliche summa hanff und flachs im vorroth.“
„Sägell hausz“
„Im sägel hausz arbeitten die wyber mit neyen (nähen),do haben sy eine grosse zaal Sägel allergattung im vorroth,wie auch vyl zwilch und sägel thuoch.“
„Schmitten“
„In einem hoff sind 8 gwelb einandernach, dorinnenSchmidt man teglich alle noturft und in jeder sein sonderegattung.“
Auch in England sehen wir frühzeitig die Krone sichum die Erbauung ihrer Schiffe kümmern. Wir besitzen eineganze Reihe von Belegen, die schon für das 13. Jahrhunderteine staatliche Schiffbauerei außer Zweifel setzen.
1225 werden die Bailliffs von Southampton angewiesen, Tauwerkfür des Königs „Große Schiffe“ in Portsmouth zu kaufen oder es eiligst
Sombarfc, Krieg und Kapitalismus 13