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Sechstes Kapitel: Der Schilf bau
also etwa ein Sechstel des Jahresumsatzes aus. Der Handelin diesem Artikel galt in der Tat als besonders gewinn-bringend, weshalb die Gesellschaft auch eine eigene Tauwerk-fabrik in Rußland angelegt hatte. Zu diesem Artikel kamennoch Pech, Teer, Holz: ebenfalls vor allem für Schiff bau-zwecke benötigt. Im Jahre 1617 verteilte die Gesellschaft42°/o Dividende 425 .
Im Lande selbst aber entwickelten sich zahlreiche In-dustrien, die die Schiffbaumaterialien im großen hersteilen.Colbert war es wieder, der gerade diesen Industrien seinebesondere Sorgfalt zuwandte 426 . Er gründete Teerfabrikenin der Dauphinöe, Windenfabriken ebenda und in Brest, Messing- und Eisendrahtfabriken in der Bourgogne, Leinen-manufakturen (für die Segel) in Rochefort. Daß die Kupfer-,Zink- und Eisenindustrien, deren Schicksal wir in Abhängig-keit sahen von der Lieferung der Waffen für das Heer, auchdurch die Kriegsmarine wesentliche Förderung erfuhren,braucht nicht erst besonders hervorgehoben zu werden. In-dustrien, die aber allein dem Schiffbau ihre Blüte verdankten,und die wir in der frühkapitalistischen Epoche unter denWeitestfortgeschrittenen Industrien finden, was Größe desKapitals und Größe der Betriebe anlangt, sind die Tauwerks-fabriken und die Segeltuchfabriken.
Die Rope-Makers und die Sail-Makers gehören in demLondon des 18. Jahrhunderts zu den kapitalkräftigsten Unter-nehmern: das Mindestkapital setzt man auf 2000 j£, das üblicheKapital auf 5000—10000 j£ an 427 . Eine (staatliche) Segel-tuchfabrik zu Moskau beschäftigte im Jahre 1729 schon1162 Arbeiter 428 .
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