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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
Entstehung
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Hauptlast übernahm. Aber das alles genügte nicht, um ein»neue Aktualität und breite festliche Wirkung zu erreichen.In den ersten Jahren der Umstellung behalf man sich not-'gedrungen meist mit Aufführungen, die auch in anderen;namhaften deutschen Theatern und Konzertinstituten zusehen und zu hören waren. Salzburg bot in dieser Zeit fastnur Ausschnitte aus der Eigenleistung der Staatsopern vonWien, München und Dresden und auch der führendenSchauspielbühnen des Reiches dar und diese sogar oft inmerkwürdiger, die Einheit des Darstellungsstiles störenderUebjrschneidung. Die Probezeit war nur kurz gemessen.Trotz der an diesem Ort natürlich bedingten Zentrierungdes Spielplans im Zeichen Mozarts wurde eine zielstrebigePlanung auf weitere Sicht vermißt. Trotz bedeutendenLeistungen einzelner Dirigenten, Regisseure und Solistenwaren vorbildliche Ensembleleistungen mit anregender Kraftsozusagen nur als Zufallstreffer zu verzeichnen. Das ProblemSalzburg mußte nach Ansicht aller Sachkundigen auch vondieser Seite her angegangen und bewältigt werden. Des-halb ist es besonders erfreulich, daß die zuständigen Stellendie Notwendigkeit auch dieses Schrittes rechtzeitig erkannthaben, und es beweist wieder die selbst durch die hohenAnforderungen der Kriegführung nicht geminderte kulturelleAktionsfähigkeit und -Willigkeit des Reiches, daß es dieLösung dieser entscheidenden Aufgabe schon jetzt, auf demHöhepunkt des kriegerischen Ringens, durch entsprechendeMaßnahmen ermöglichte. Salzburg brauchte vor allem einvon außerkünstlerischen Faktoren unabhängiges Budget undeinen fachlich wie organisatorisch gleich befähigten, mitaußerordentlichen Vollmachten ausgestatteten Gesamtleiterder Festspiele, der bereit war, mit dem Amt auch die volleVerantwortung zu tragen. Beides ist ihm nun durch eineentsprechende Dotierung und durch die Ernennung desMünchener Opernleiters, Generalintendanten Professor

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