Neben den Faktoren, die von den Besonderheiten derUnterdrückung her die Herrschaftsform und die Gemein-schaft der Bürger bestimmten, ist die Entwicklung derKriegstechnik und der Waffen als weiteres staatsformendesElement hervorzuheben. Die Kämpfer der archaischen Zeitwaren Ritter und Wagenkämpfer; sie hatten die sieg-bringenden Waffen und damit die politische Gewalt. Diegemeinfreien Bauern — „unkriegerisch bist du und kraft-los,“ sagt Odysseus zu Thersites , „nie auch weder imKampf ein Gerechneter noch in dem Rate“ — sanken zuSchuldsklaven herab. Mit dem Durchbruch der Eisenzeitin der Waffentechnik (achtes und siebtes Jahrhundert) ge-wannen durch die eisernen Nahwaffen die Hopliten, ihreDisziplin und Phalanx eine siegreiche Ueberlegenheit überdie aristokratischen Waffen. Die Wirkung war der Sieg derBauern unter Drakon, Solon und den Tyrannen und derDurchbruch der Bauemdemokratie, deren Männer unterMiltiades bei Marathon (490 v. Chr.) siegten. Mit denWaffen dembkratisierte sich das Staatswesen. Und als„schwerttragend das Volk aus ganz Asien “ (Aischylbs) zehnJahre später bei Salamis zur See angriff, „um Hellas dasSklavenjoch aufzulegen", hatte der Weitblick des Themi-stokles in diesen wenigen Jahren eine siegreiche Seemachtaufgebaut. Die Kämpfer und Sieger aber waren die Theten,die unterste Schicht des attischen Demos, entrechtete undenteignete Bauern und Lohnarbeiter, die sich durch diesenSieg ihre politische Vollberechtigung erkämpften. Von nunan begründete Athen , da die Polis selbst über ihren Nah-rungsraum hinausgewachsen war, auf dieser Waffengattungeine Seeherrschaft, die an die tausend hellenische Städtesich unterwarf. Aller Reichtum Athens lag hier begründet,und die Demokratie der Herrscher schloß nun alle Athener ein.
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