Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
216
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216 Das Ncncste ans dcm Reiche des Witzes,

fugt, daß der McßiaS, (denn dieses Gedichte meint er doch, ob er esgleich nicht nennet,) voller ketzrischen Irrthümer sey. Und wer weißob nicht chstens der elende Geschmack den Aberglaube zn Hülfe ruft.Ein Ungeheuer muß das andere vertheidigen helfen. Aber warum erei-fert sich der Herr Professor? Die Historie der Schildbürger wird im-mcr noch gelesen, ob man gleich Clarisscn hat. Laßt uns unsermVatcrlande Glück wünschen, daß seine Dichter, nach langen Äcrirrun-gen, den wahren Weg des Alterthums gefunden haben! Welche mitden Alten am meisten zu prahlen pflegen, kennen sie am wenigsten.Es giebt Männer, welche auf allen Seiten den Horaz anführen, undin dem ganzen Werke ist nicht eine Horazische Schönheit.

Wir haben mit einer Anmcrtnng angefangen, wovon der Leservielleicht schon die Anwendung gemacht hat. Er mag sie aber gemachthaben, wie er will, so müssen wir doch gestehen, daß wir nichts da-mit suchen, als diejenigen abzuschrecken, welche ihre Schultern einemWerke unterziehen, dcm sie nicht gewachsen sind. Hierher gehört derVerfasser eines Gedichts in drey Gesängen; Jacob und Joseph. Esist nichts als eine ausgedehnte Erzählung dessen, was man von derzweyten Reise der Söhne Jacobs nach Egyptcn, bis auf den Zugdes ganzen Geschlechts dahin, in der Bibel findet. Die Erfindungs-kraft hat wenig dabey gearbeitet; obgleich die Geschichte einer epischenFabel weit ähnlicher hätte können gemacht werden. Doch vielleicht istes wider den Sinn des Verfassers selbst, sein Werk auf dieser Seitebetrachten zu lassen, und er ist zufrieden einen beträchtlichen Platzunter den historischen Poeten zn finden. Diesen kann man ihm nichtversagen. Hier ist eine Stelle zur Probe. Es sind die Worte deSJacobs, da er seinen Sohn das erstemal wieder umarmet.

Und o, sprach der Erzvater, mit Freuden wollt ich jetzt sterben,Da ich noch einmal dein Antlitz gesehn, dich noch lebend gesehen!Welche gräßliche Lücke mit eingestürzetem Rande,Wie der gehnende Schlnnd des Pardels, mit Zähnen umzäunet,Brach in mein Leben ein von jenem mühseligen Tag an,Da dn von Dothan nicht wiederkamst, und die Brüder mir sagten,Joseph hätt ein Raul-thier zerfleischt, und den strcifigtcn Rock mirBrachten, und fragten: Sieh, Vater, obs wohl des Josephs

Gewand sey;

Bis zn dcm frölichcn Tag, da Juda die bessere Nachricht,