220 Das Neueste aus dem Reiche des Witzes.
entdeckt zu werden, welche es durchaus nicht zugeben wslte»/daß ein Muselmann/ tod oder lebendig/ an Christen verkauftwürde. D- Shaw aber habe ihm bewiese»/ daß der verstei-nerte Rnabe nichts/ als die Bildsäule eines Cupids sey/ wieer ihm denn den Grt bemerke» lasse»/ wo sie den Aöcher vonden Schulter» abgebrochen hatten.) Saturn glaubt nunmehr Ge-legenheit zu haben, seine Rache auszuführen, und den Held ums Le-ben, ja, was ihm noch werther als das Leben war, um seine Ehrezu bringen. Er bittet den Aeolus, ihn durch einen Wirbelwind unterden Wogen des Sandes zu vergraben, damit er mit sammt seinen Ge-fährten in die Nergcssenhcit gestürzt würde. Nun redet der Held. Eineso unedle Todcsart wird von ihm verworfen. Böller Gegenwart desGeistes beschließt er alle seine gesammelten Raritäten auf einen Hau-fen zu thürmen, sie anzuzünden, und sich selbst in die Flamme zustürzen. „Wie selig, sagt er, ist der Mann, dessen Name von einem„ruhmvollen Tode seinen prächtigsten Glanz erhält. O hätte das lieb-reichere Schicksal beschlossen, daß ich, wie der grosse Empcdocles, in„dem Feuer des Aetna verderben könnte! Oder daß ich das Geschick„des unsterblichen PliniuS theilte, und die Asche des berüchtigten Ne-„suvs wäre mein Grab geworden! Hätte es beschlossen, mein Ende„wie das Ende jener ruhmvollen Stadt zu machen, und mich, mir„selbst ein trauriges Monument, versteinert dastehen zu lassen! Weit„über die Welt würde alsdenu mein wachsender Ruhm erschallen, und„von allen Musen in allen Gegenden besungen werden. Ach! Ein„schimpfliches Schicksal soll mein hofnungsloses Haupt imbcwciut, un-bemerkt und auf ewig tod vergraben! Doch - - Ich sollte diesen un-„ edlen Tod nicht verschmähen? - - Rein, unter dem elenden Sande„ will ich meinen Geist nicht aushauchen. - - Da ich alle meine Augen-blicke würdig zugebracht habe, so sey etwas gethan, wodurch auch„der lczte verherrlichet wird! Ja, der wackere Phönix soll mein Bey-spiel seyn. (- - ach, daß ich den Phönix, ich unglücklicher, nicht„noch habe sehen sollen! - -) - - Ja sein prächtiger Scheiterhaufen er-„weckt in mir den erhabensten Einfall! - - Ich will meine gcsamnile-„Schätze anzünden, und mich selbst der theuren Flamme übergeben."- - Der Gott nimt die Aufopfrung dieser raren Sammlung als dasZeichen der tiefsten llntcrthänigkcit auf, und beschließt also sein Lebennoch zu fristen. Weil er aber doch seine gegenwärtige Hofnung zu