Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
221
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Das Rencstc aus dem Reiche des Witzes. 221

Schanden machen will, so führet er den Sturmwind über die verstei-nerte Stadt und vergräbt sie unter dem Sande. Scribler, welcherunmöglich den Verlust seiner Schätze überleben kan, wird von der Voll-ziehung seines Vorhabens durch ein Wunder, durch die Dazwischcnkunftdes (Lottes MomuS, abgehalten. Räch einem fruchtlosen Forschen vonsechs Tagen dringen seine Gefährten auf die Rückreise. Scribler hälteine Rede an sie, und besteht darauf die versteinerte Stadt aufzusu-chen; endlich aber redet es ihm Albertus, einer von seinen Gefährten,durch die Erzählung eines erdichteten Traums aus. Scribler hält eineLobrede auf die prophetischen Träume, und betlagt den Mangel der andernOrakel.Aber, spricht er, wo ich meine der Ewigkeit geweihte Reisenun weiter hinwenden soll, das wollen mir keine Ahndungen entdecken,leine freundliche Schatten mich lehren. Ach daß in unsern uncrlcuch-tcten Tagen lein gelehrter Priester die Opfer mehr erkläret, und mitprophetischen Auge die Eingeweide durchspähct, oder die herumirrendenWarnungen des Himmels lesen tan! Keine geheiligten Orakel kom-mcn mehr zu Hülfe; die Pythia und das Cumäischc Mädchen sindsprachlos. O hätten wir in jenen glütlichcn Zeiten gelebt, als derTrojanische Held und der Griechische Weise hcrnmschwciften! Da hättenwir vielleicht einen freundschaftlichen HclcnuS oder Anins gefunden,welcher gcschikt gewesen wäre uns jede Ahndung zn entziffern. Viel-leicht wären wir zu den dunkeln Wohnungen der Hölle gegangen,und der berüchtigte Tircsias hätte uns unser Schicksal gezeigt!" Hier-auf spricht Albertus:Ach, nur allzugcrccht ist dein Kummer! O>möchte mein weissagendes Herz die gewünschte Linderung verschaffen!Die klngcn Mahomctaner haben den Narren und Unsinnigen allezeitbesondere Ehre erzeugt, und dieses sehr weislich. Denn oft, wannsich die Flügel der Vernunft hoch über irrdische Dinge erheben, sostreifen die Gcdancken unter den Wohnungen der Sterne und werdendurch den Umgang mit den Unsterblichen beglückt. Von da aus theiltalsdann der göttliche Mann den minder erhabenen Sterblichen unter-richtende Wahrheiten aus. In Cairo wohnt ein phrcnetischcr Weise,welcher von aller dieser thcomantischcn Wuth begeistert ist. Ich habebemerkt, so oft der Morosoph zum Vorschein kam, ward er von ei-ner unzähligen Menge umringt, und von allen verehret. Jung nndAlt, Jungfern und Weiber küßten die Fußstapfcn des seligen Gym-nosophisten. Die brünstige Braut berührte jeden günstigen Theil,

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